Rohöl: Die OPEC sendet ein Lebenszeichen

Die OPEC hat sich gestern nicht nur auf die erste Förderkürzung seit 2008 verständigt, sondern zugleich das im Jahr 2011 ausgesetzte System individueller Mitgliedsländer-Produktionsquoten wiedereingeführt. Mit der zuletzt von weiten Teilen der Marktteilnehmer angezweifelten OPEC-Einigung hat das Kartell seine Marktrelevanz nachdrücklich unterstrichen. Offizielles Ziel der Kartellmaßnahme ist es, die sich derzeit nur zögerlich vollziehende Resynchronisierung von Angebot und Nachfrage auf dem Rohölmarkt signifikant zu beschleunigen und die global angehäuften „Lager-Überbestände“ solchermaßen forciert zurückzuführen.

Gemäß dem gestrigen Beschluss will die OPEC ihre Gesamtfördermenge zunächst von Januar bis Juni 2017 auf 32,5 Mio. Barrel pro Tag (mbd) begrenzen. Nach eigenem Bekunden entspricht dies einer kumulierten OPEC-Output-Kürzung um 1,2 mbd. Über eine Ausdehnung der beschlossenen Output-Selbstbeschränkung um weitere sechs Monate soll im Rahmen des nächsten OPEC-Treffens am 25. Mai 2017 in Wien befunden werden. Mit der gestrigen „Last-Minute-Einigung“ hat die OPEC – zumindest auf dem Papier – das untere Ende der bereits Ende September in Algier angekündigten Produktionsspanne (32,5-33,0 mbd) erreicht.

Die angekündigte OPEC-Förderkürzung sollte zu einem etwas höheren Ölpreis in den kommenden Monaten beitragen. Wir rechnen in Jahr 2017 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 55 USD/Barre und in 2018 von rund 60 $/Barrel. Das Risiko ist dabei offensichtlich. Wenn sich die OPEC nicht an die selbst gesteckten Ziele hält, dürfte sich der Ölpreis wieder Richtung 40$/Barrel bewegen.

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Ein Kommentar

Maier Hans Peter

Es wäre durchaus hilfreich zur Veranschaulichung des Themas dies mit einem längerfristigen Chart zu unterlegen. (Ölpreis, Inflation, Arbeitslosenrate, Geld- Kapitalmarktzinsen, etc.

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