Aktienmärkte 2017: Hohe Unsicherheit, geringes Risiko. Quote erhöht.

Mit der Wahl Donald Trumps wurde an den Aktienmärkten ein imaginärer Schalter umgelegt, der die US-Indizes in einen ausgeprägten „Alles wird gut“-Modus geführt hat. Diese Welle hat zwischenzeitlich auch die europäischen Aktienmärkte erfasst.

Wir erwarten, dass die gute Stimmung am Aktienmarkt anhalten und bis in das Frühjahr hinein tragen wird. De facto wird Anlegern auch 2017 keine andere Wahl bleiben, als an die Aktienmärkte zurückzukehren, um dort die anzustrebende Rendite von Mischportfolios aufzubessern. Anleihen- und Immobilienmärkte sind überhitzt, Rohstoffanlagen keine ernsthaften Alternativen. Die Ausgangslage für die Aktienmärkte 2017 ist vielversprechend: Der Wirtschaftsausblick ist stabil, die Erholung der Emerging Markets gewinnt an Fahrt, die tiefen Zinsen bieten günstige Finanzierungsquellen für Unternehmen. Die stark exportorientierten deutschen Werte profitieren vom schwachen Euro. Der stärkere Ruf nach einer Wiedergeburt der klassischen Staatsnachfrage à la Trump ist ein Joker, der noch in das Spiel kommen könnte.

Die niedrigen Kapitalmarktrenditen sprechen dafür, dass ein Großteil der überschüssigen Liquidität am Rentenmarkt kontinuierlich in das immer noch attraktive „Auffangbecken“ Aktien investiert wird. Diese glänzen trotz Rallye immer noch durch vergleichsweise hohe Ausschüttungen. Der Teil der Gewinne, der nicht in Form von Dividenden an den Aktionär ausgeschüttet wird, arbeitet für diesen weiter, wenn den Unternehmen eine gewinnbringende Reinvestition in das eigene Geschäft gelingt. Zusätzlich bieten Investitionen in Unternehmen einen Teilschutz vor Inflation, weil steigende Preise vielfach weitergegeben werden können. Diese Aspekte verschaffen der Aktie gegenüber schwach rentierenden Anleihen auf lange Sicht einen enormen Vorteil.

Sollten die ersten Handelstage im Januar durch eine überdurchschnittliche Kursentwicklung gekennzeichnet sein, dürften viele Investoren versuchen, ebenfalls auf den Zug aufzuspringen. Dies könnte die Kurse weiter antreiben.

Aus der Vergangenheit wissen wir jedoch, dass politisch induzierte Aufschwünge am Aktienmarkt selten nachhaltig sind. Wirtschaftliche Konsequenzen der skizzierten Pläne der neuen US-Administration sind frühestens 2018 zu erwarten, so dass die aktuelle Hoffnungsrallye im Frühjahr 2017 enden könnte, wenn sich die positive Grundstimmung rund um den Amtsantritt Donald Trumps zunehmend legt und der Alltag in den US-Politikbetrieb Einzug hält.

Bis es soweit ist, empfiehlt es sich, am laufenden Aktienmarktaufschwung teilzunehmen. Wir stocken daher per heute Abend die Aktienquote im DZ BANK Portfolio um zehn Prozentpunkte auf rund 35% auf. Wir kaufen den DAX Index, der aufgrund seiner zyklischen Ausrichtung und der noch, im Gegensatz zu anderen Indizes, fairen Bewertung überzeugt. Perspektivisch scheint es sinnvoll, im Gegensatz zur aktuell vorherrschenden Marktmeinung, wieder verstärkt defensive Werte wie Healthcare- und Nahrungsmittelaktien auf die Beobachtungsliste zu nehmen.

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