DAX: Rally weiterhin intakt

Nach etwas schwächerer Eröffnung zeigte sich gestern mal wieder eine seitwärts gerichtete Intraday-Bewegung auf hohem Niveau im DAX. Obwohl der Index kurzfristig markant „überkauft“ ist, gibt es derzeit offenbar wenig Hang zu Gewinnmitnahmen, geschweige denn zu einem stärkeren Verkaufsinteresse. Auch die Fed-Aussagen, die Leitzinsen im Zeitablauf rascher steigen zu lassen, sorgten im Späthandel an der Wall Street lediglich für moderate Gewinnmitnahmen.

Dass sich sämtliche Verschnaufpausen der jüngeren Vergangenheit nur auf Intraday-Ebene zeigen bzw. allgemein auf hohem Niveau ablaufen, spricht für einen anhaltenden Aufwärtstrend. Nachdem der deutsche Blue Chip-Index das zunächst direkt abzuleitende Anschlusspotenzial bis 11.230 Punkte (161,8%-Fibonacci-Retracement der zuletzt nach oben aufgebrochenen mittelfristigen Seitwärts-Handelsspanne) mehr als ausgeschöpft hat, dürfte nun das nächste charttechnisch sinnvoll abzuleitende Ziel anvisiert werden: die 11.430 Punkte-Marke. Neben der Spiegelung der Höhe der o.g. ehemaligen Seitwärts-Handelsspanne an die letzte charttechnische Ausbruchsmarke (10.800 Pkt., siehe Chart) ist dort auch das wichtige Dezember 2015-Reaktionshoch beheimatet. Derart signifikante „charttechnische Anker“ üben häufig eine Art „Anziehungskraft“ auf den Indexverlauf aus. Im Rahmen seines bis ca. zum Jahreswechsel noch günstigen saisonalen/zyklischen Umfelds sollte sich das wichtigste deutsche Aktienmarktbarometer somit noch von seiner freundlichen Seite zeigen. Auch wenn eine potenzielle „Weihnachtsrally“ wahrscheinlich zum großen Teil bereits „vorweggenommen“ wurde, sind zumindest bis zum Jahreswechsel keine größeren Verwerfungen zu erwarten.

Mittelfristig dürfte sich das extrem optimistische Stimmungsbild am Markt jedoch rächen. Mit einem sentix-Sentiment auf einem Rekordwert wird es schwierig, weitere Käufer zu finden. Diese sind aber notwendig, um die laufende Rally am Leben zu halten. Sollte es im weiteren Verlauf zu charttechnischen Umkehrsignalen kommen, wäre die Wahrscheinlichkeit daher als hoch einzustufen, dass es sich um den Beginn einer größeren Korrektur handelte.

1. Widerstand 11.430 / 2. Widerstand 11.670

1. Unterstützung 11.000 / 2. Unterstützung 10.800

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