EWU-Einkaufsmanager bleiben zum Jahresende optimistisch

Zum Jahresende bleiben die Einkaufsmanager im Euro-Raum mehrheitlich in guter Stimmung. Der Composite Index verharrte im Dezember mit 53,9 Punkten auf dem soliden Vormonatsniveau. Zwar gab die Messzahl für die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor etwas nach, da besonders der Zulauf an Auftragseingängen etwas schwächer ausfiel. Der Industriesektor vermeldete zugleich aber eine deutliche Ausweitung der Produktion, womit das schwächere Sentiment bei den Dienstleistern vollständig kompensiert werden konnte. Für das vierte Quartal ergeben sich damit, trotz der Vielzahl an wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten, positive Signale für die wirtschaftliche Aktivität im Euro-Raum. Das hohe Niveau spricht gegenwärtig sogar dafür, dass die konjunkturelle Dynamik im vierten Quartal noch etwas an Fahrt gewonnen haben könnte.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im Dezember ebenfalls uneinheitlich. Während die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe auf hohem Niveau nochmal zulegen konnte (55,1 Punkte, Vormonat: 54,3), sank die Stimmung im Dienstleistungsbereich (53,8 Punkte, Vormonat: 55,1). Der umfassende Composite-Index gab daher leicht um -0,2 Indexpunkte nach und beendet das Jahr 2016 bei 54,8 Zählern. Insgesamt verzeichnet die deutsche Privatwirtschaft aber gemäß den Umfrageindikatoren im Durchschnitt ein sehr gutes viertes Quartal. Vollere Auftragsbücher ließen im Dezember die Beschäftigung steigen, allerdings etwas schwächer als in den Vormonaten. Nach langer Durststrecke kann auch der steigende Kostendruck auf der Einkaufsseite über eine Erhöhung der Verkaufspreise allmählich an die Kunden weitergegeben werden. Auf Basis der Umfrageindikatoren dürfte mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in den Monaten Oktober bis Dezember gegenüber dem dritten Quartal zu rechnen sein.

Optimistischer fiel die Einschätzung unter französischen Einkaufsmanagern aus. Sowohl im Dienstleistungsbereich als auch im verarbeitenden Gewerbe nahmen die Stimmungsbarometer merklich zu. Der umfassende Composite-Index kletterte deshalb von 51,4 Punkten im Vormonat auf 52,8 Punkte im Dezember. Dies ist die höchste Notierung seit 18 Monaten. Grundlage für die Stimmungsverbesserung war nach Angaben der befragten Einkaufsmanager eine erneute Verbesserung der Auftragseingänge, die nun seit Jahresmitte 2016 aufwärtsgerichtet ist. Die gute Nachfragesituation führte zudem zu einer höheren Zuversicht bei den Beschäftigungsabsichten, wenn auch nur im verarbeitenden Gewerbe. Auch die Geschäftsaussichten hellten sich insgesamt auf. Insgesamt deutet die verbesserte Stimmungslage auf ein versöhnliches Jahresende 2016 hin und lässt auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in 2017 hoffen.

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