Globale Konjunktur 2017: Erholung mit Risiken

In ihrem aktuellen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung zeigt sich die Weltbank recht optimistisch für das kommende Jahr. Sie erwartet nach dem schwachen Jahr 2016 eine Erholung der Konjunktur in den Industrieländern, vor allem aber eine Verbesserung in den Schwellenländern. Dort war das abgelaufene Jahr teilweise von anhaltenden Krisen gekennzeichnet, etwa in Brasilien, Argentinien und Russland. Für 2017 wird für diese Länder mit einer – wenn auch eher zögerlichen – Erholung gerechnet. Und während sich in China die allmähliche Wachstumsverlangsamung auch 2017 fortsetzen dürfte, ist in Indien nach den wirtschaftspolitisch bedingten Problemen im Jahresverlauf wieder mit einer Beschleunigung zu rechnen.

Die Ökonomen der Weltbank betonen aber auch die Risiken für den Ausblick, die sich vor allem im Bereich der Wirtschaftspolitik zeigen. So haben das Brexit-Votum und die Entscheidung der US-Präsidentschaftswahlen zwar noch keine realwirtschaftlichen Folgen gehabt und sind von den Finanzmärkten nach anfänglicher Irritation gut aufgenommen worden. Sie haben jedoch zu einer höheren Unsicherheit über die zukünftige Wirtschaftspolitik geführt, vor allem im Hinblick auf mögliche protektionistische Tendenzen. Auch in Bezug auf die kommenden Wahltermine in Europa herrscht derzeit keine Klarheit, etwa ob sich die Euro-Befürworter in den wichtigsten Ländern erneut werden durchsetzen können. Diese Unsicherheit allein kann schon die globale Konjunktur belasten. Sie kann Risikoprämien ansteigen lässt und zur Verschiebung von Investitionsvorhaben führen. Auch die Haushalte könnten größere Anschaffungen lieber erst einmal zurückstellen und ihre Vorsichtsersparnis erhöhen.

Insgesamt spricht also sicherlich einiges dafür, mit wirtschaftlicher Zuversicht ins neue Jahr zu gehen. Die Weltkonjunktur ist nach schwierigen Jahren auf dem Weg der Erholung, das zeigen auch die positiven Frühindikatoren. Die Risiken für dieses positive Szenario sind aber nicht von der Hand zu weisen, sie kommen vor allem von der Wirtschaftspolitik. Sollten sich die protektionistischen Kräfte durchsetzen, könnte das die Weltwirtschaft auf Jahre hinaus belasten.

 

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