Lebhafte Konsumausgaben sorgen 2016 in Deutschland für robustes Wachstum

Die deutsche Wirtschaft ist auch 2016 auf ihrem robusten Wachstumskurs geblieben. Mit einem realen Plus von 1,9 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung sogar das stärkste Wachstum seit 2011. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben wurden – ähnlich wie schon 2015 – kräftig ausgeweitet und legten damit die Basis für das gesamtwirtschaftliche Wachstum.

Gestützt wurde die Konsumfreude der privaten Haushalte auch 2016 vor allem von einer günstigen Arbeitsmarktentwicklung. Die Erwerbstätigkeit ist kräftig gestiegen und liegt auf einem neuen Rekordniveau, gleichzeitig markierte die Arbeitslosenquote 2016 mit 6,1 Prozent einen neuen Tiefststand. Das ließ die Einkommen der Beschäftigten wie schon in den letzten Jahren kräftig zulegen. In realer Rechnung sind die privaten Konsumausgaben 2016 mit +2,0 Prozent ebenso stark angestiegen wie 2015.

Dabei haben auch im abgelaufenen Jahr zwei „Sondereffekte“ den privaten und staatlichen Konsumausgaben auf die Sprünge geholfen. Der niedrige Ölpreis hat die Energieausgaben und die Teuerungsrate insgesamt gebremst und Raum für andere Verwendungszwecke geschaffen. Und die hohe Flüchtlingseinwanderung 2015/2016 hat erhöhte Ausgaben des Staates gefordert, was sich sowohl beim Staatskonsum (z.B. Ausgaben der öffentlichen Hand für Unterbringung und Verpflegung) als auch beim privaten Konsum (Geldleistungen des Staates, die von den Flüchtlingen selbst ausgegeben werden) wachstumssteigernd ausgewirkt hat. Vor diesem Hintergrund legten die staatlichen Konsumausgaben mit +4,2 Prozent sogar so stark zu wie zuletzt im Jahr 1992 kurz nach der deutschen Wiedervereinigung.

Die preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten im Jahr 2016 ein kräftiges Plus von 3,1 Prozent. Dabei wurden die Investitionen in Wohnbauten sogar um 4,3 Prozent ausgeweitet, für „Nicht-Wohnbauten“ (öffentlicher und gewerblicher Hoch- und Tiefbau) wurden real 1,4 Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahr. Insgesamt hat der Staat seine Investitionsausgaben 2016 preisbereinigt um stattliche 5,8 Prozent gesteigert, das ist die höchste Zuwachsrate seit den öffentlichen Konjunkturprogrammen 2009. Der Privatsektor hat 2,2 Prozent mehr investiert, wobei die Zunahme der privaten Ausrüstungsinvestitionen mit +0,9 Prozent angesichts der allgemein guten Konjunktur doch enttäuschend ausgefallen ist.

Trotz der merklich steigenden Ausgaben waren die öffentlichen Haushalte per Saldo 2016 weiter auf Konsolidierungskurs: Der Staatssektor – also Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – beendete das Jahr mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von gut 19 Mrd. Euro – dank kräftig sprudelnder Steuerquellen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich für den Staat im Jahr 2016 demnach eine Überschussquote von + 0,6 Prozent. Damit kann der Staat also das dritte Jahr in Folge mit einem positiven Kassensaldo abschließen.

 

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