DAX: Trendloses Marktverhalten setzt sich fort

Auch gestern hielten die Bullen das Zepter am Markt in der Hand, größere Sprünge auf der Oberseite vermochten sie im DAX jedoch nicht zu initiieren – alles lief wie gewohnt im Rahmen der seit der ersten Januarwoche etablierten Seitwärts-Handelsspanne ab. Von einem neuen Bewegungshoch in Bezug auf den Dezember-Aufwärtstrend (>11.692 Pkt.) blieb der deutsche Blue Chip-Index daher entfernt. Die recht unspektakuläre EZB-Pressekonferenz am Nachmittag stellte weder einen Unterstützungs- noch Belastungsfaktor dar, und auch an der Wall Street pendelten die wesentlichen Aktienindizes um die Nulllinie.

Impulse bleiben weiterhin Mangelware. Abgesehen vom ersten Handelstag des neuen Jahres, der mit einer „bullishen“ weißen Kerze aufzuwarten vermochte, hat sich das wichtigste deutsche Aktienmarktbarometer in seiner Seitwärtsbewegung „festgebissen“. Die Verschnaufpause auf „hohem“ Niveau ist zwar aus charttechnischer Sicht positiv zu interpretieren, aber je länger sie andauert, ohne dass die Bullen ein Trendfortsetzungssignal geben können, desto mehr kommt ein gewisser „Erschöpfungscharakter“ der aufwärts gerichteten Kräfte zum Tragen. Auf der Zeitebene begibt sich der Aktienmarkt immer stärker in die mit zyklischem Gegenwind behaftete Periode hinein. Anders ausgedrückt: Ist es den Bullen wirklich ernst, das mit technischen Mitteln durchaus abzuleitende „Übertreibungspotenzial“ bis 11.890 Punkte auszuschöpfen, müssen sie den DAX nun zügig auf ein neues Bewegungshoch treiben.

Sentiment-technisch bleibt der Markt fragil. Die jüngsten Daten bei den US-Börsenbriefschreibern zeigen ein nur noch schwer zu übertreffendes Niveau an Optimismus auf, welcher sich seit der US-Präsidentschaftswahl im November Schritt für Schritt erhöht hat. Daraus wird deutlich erkennbar, dass der Markt dem heute zu vereidigenden neuen US-Präsidenten Donald Trump etliche Vorschusslorbeeren entgegengebracht hat. Genau dieser Sachverhalt birgt aber ein gewisses Enttäuschungs- bzw. Ernüchterungspotenzial. So gilt weiterhin: Schlägt sich dieses Risiko in einem nachhaltigen Fall unter die 11.400 Punkte-Marke im DAX nieder, so wäre dies als Auftakt einer zu erwartenden mehrwöchigen Korrektur zu sehen.

1. Widerstand 11.690 / 2. Widerstand 11.890

1. Unterstützung 11.400 / 2. Unterstützung 10.800

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