DAX: „Übertreibungspotenzial“ ausgeschöpft

Nach einer erneut festen Eröffnung, ebenfalls wie am Vortag mit „Gap“ (Kurslücke), schoss der DAX gestern weiter in die Höhe und erreichte dabei fast ein Niveau von 11.900 Punkten. Knapp unterhalb verließen ihn jedoch die Kräfte, so dass den Rest des Tages die Neigung zu Gewinnmitnahmen das Bild prägten. Die Tageskerze mit schwarzem Körper und „oberem Schatten“ (Differenz zwischen Hoch und Eröffnung) deutet gewisse Erschöpfungserscheinungen im Aufwärtstrend an.

Mit der gestrigen Kursentwicklung konnte der deutsche Blue Chip-Index das von uns zuletzt skizzierte „Übertreibungspotenzial“ bis 11.890 Punkte ausschöpfen. Mehr sollte es nicht sein, denn der dortige Bereich repräsentiert das 261,8%-Fibonacci-Retracement der letzten wichtigen Konsolidierungsbewegung – jene seitwärts gerichtete Handelsspanne, die von August bis November vorgeherrscht hatte. Insofern handelt es sich um eine Marke von hoher technischer Relevanz. Die mit dem zuletzt erfolgten Ausbruch aus der dreiwöchigen Verschnaufpause eingeleitete Übertreibung dürfte damit „abgearbeitet“ sein. Im Gegensatz zum Ausbruch im Dezember, der ebenfalls mit „Gaps“ an zwei aufeinander folgenden Handelstagen aufwartete, befinden sich die internationalen Aktienmärkte aktuell in einer gänzlich anderen zyklischen und sentiment-technischen Verfassung als damals. Während die „Gaps“ im Dezember als „Breakaway-Gaps“ (Ausbruchs-Kurslücken) anmuten, haben die jüngsten beiden Lücken den Anstrich von „Exhaustion-Gaps“ (Erschöpfung-Kurslücken).

Diese Annahme ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt recht spekulativ, da stark antizyklisch gedacht und muss zwingend über einen charttechnischen Schwächebeweis bestätigt werden. Dies wäre bspw. der Fall bei einem Wieder-Abtauchen unter das erste „Gap“ (11.595 Pkt.). Vor dem Hintergrund des herannahenden Februars, der zyklisch mit Gegenwind behaftet sein dürfte, sollte die „Trump Rally“ zunächst zu ihrem Ende gekommen sein und der Übergang in den Korrekturmodus erfolgen. Die nächste Einstiegsgelegenheit mit einem günstigen Chance/Risiko-Profil ist erst im Hinblick auf eine potenzielle „Frühjahrs-/Sommerrally“ zu erwarten, so dass das Wieder-Erreichen des Allzeithochs (12.390 Pkt.) auch erst zu einem späteren Zeitpunkt des noch jungen Jahres auf die Agenda rücken sollte.

1. Widerstand 11.890 / 2. Widerstand 12.390

1. Unterstützung 11.690 / 2. Unterstützung 11.400

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