Dow Jones und Co. mit Rekorden: Zeit für die wichtigsten fünf Fragen und Antworten

Viele Aktienmarktindizes notieren Ende Januar höher, als es die meisten Analysten in ihren Prognosen für Ende 2017 erwartet haben. Auch der DAX notiert bereits nahe der DZ BANK-Prognose per Jahresende. Welche weitere Entwicklung dürften die Aktienmärkte 2017 nehmen? 

Die Wahl Trumps zum Präsidenten hat den Aktienmärkten wider Erwarten Rückenwind geliefert. Wir erwarten, dass der DAX im Frühjahr in die Nähe seines Allzeithochs steigen kann. Danach drohen aber wieder Enttäuschungen, weil in den USA die Wirkung Trumps verblassen und sich in Europa der Fokus auf die anstehenden politischen Ereignisse, z.B. den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich richten wird. Das politische Umfeld spricht für höhere Kursschwankungen, mit einem per Saldo leichtem Kursplus per Jahresende. 

Welche Treiber stecken hinter der aktuellen Aufwärtsbewegung? 

Der wahre Grund für die Aufwärtsbewegung ist nicht die Erwartung des Marktes bezüglich einer Expansion der US-Staatsausgaben dank Präsident Trump. Es steckt deutlich mehr dahinter: Das „Triple-Play“ zwischen den drei großen US-Industrien (Finanzen, Energie und Technologie) scheint endlich wieder ins Lot gekommen. Dank des stark gestiegenen Ölpreis (+ 25% seit Trump-Wahl) sowie des deutlichen Renditeanstiegs in den USA (+60 Basispunkte bei zehnjährigen US-Treasuries seit November) werden die beiden erstgenannten Sektoren 2017 wieder prächtig verdienen und zum bereits vor Kraft strotzenden Technologiesektor aufschließen können. Die Amtszeit Trumps wird, nach drei Jahren der Stagnation, mit deutlich steigenden Gewinnen seitens der US-Konzerne beginnen. Und dies, ohne dass die neue US-Administration bisher etwas dafür tun musste. Barack Obama hingegen musste im Frühjahr 2009 seine Präsidentschaft im schwächsten Aktienmarktumfeld seit dem Crash 1973/74 antreten.

Ist die aktuelle Rally am Aktienmarkt fundamental gerechtfertigt? 

Die Aussichten für weltwirtschaftliche Zuwächse 2017/18 sind positiv, u.a. beschleunigt die Konjunktur in den Schwellenländern wieder. Kommt es in den USA zur beschriebenen Gewinnerholung, werden die Gewinne dort 2017 und 2018 um je 12% ansteigen. Auch den DAX-Unternehmen geht es besser als je zuvor, sie dürften 2017/18 ebenfalls Rekordgewinne erzielen. Die Bewertung der Aktienmärkte wäre gerechtfertigt, wenn diese Gewinnzuwächse tatsächlich einträfen, weil dann die Aktienmärkte in die hohe Bewertung hereinwachsen würden. Gegen weitere deutliche Kursanstiege spricht, dass auf aktuellem Niveau bereits eine erhebliche Verbesserung eingepreist ist. Die Finanzmärkte sind teuer.

Wo steht der DAX zum Jahresende? Auf welche Schwankungen sollten sich Anleger bis dahin einstellen? 

Die aktuelle Entwicklung ist übertrieben. Es wäre ein Fehler, die gute Kursentwicklung der vergangenen Wochen als neuen Standard zu setzen und die Geschichte so fortzuschreiben. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Aufschwünge am Aktienmarkt niemals linear verlaufen. Die Einbahnstraße bei der Kursentwicklung von Anleihen und Aktien geht dem Ende zu, das politische Umfeld spricht für höhere Kursschwankungen. Der DAX sollte zum Jahresende bei 12.000 Punkten stehen.

Sollten bisher nicht investierte Anleger auf dem aktuellen Niveau noch einsteigen? 

Es ist generell keine gute Idee, sich erst zu Höchstkursen mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen. Der Aufschwung seit der Finanzkrise hält nun schon seit acht Jahren an. Korrekturen sind jederzeit möglich, insbesondere nach einem langen Anstieg.

Das politische Umfeld spricht für höhere Kursschwankungen, die Anleger aber nutzen sollten – d.h. auch mal bei niedrigen Kursen zugreifen. Schließlich sind die deutschen Unternehmen deutlich krisenresistenter als es die Schwankungen der Kurse vorgaukeln.

Wer sich nicht mit dem Timing am Aktienmarkt beschäftigen möchte, könnte zu einem Fondsparplan oder Produkten mit Puffer greifen. Der DAX hat trotz aller Krisen der vergangenen Jahrzehnte knapp 9% Rendite pro Jahr abgeworfen. Was will man mehr? – Bargeld und Versicherungen sind keine Lösung, sie „atmen“ nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands und Welt mit.

 

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