Deutsche Konjunktur bleibt solide

Die Wirtschaft in Deutschland wächst mit solidem Tempo, mit einer weiteren Beschleunigung ist aber vorerst nicht zu rechnen. Das geht aus den heute veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und den ZEW-Konjunkturerwartungen hervor. Während das BIP im Schlussquartal 2016 um 0,4 Prozent zugelegt hat, fallen die vom Mannheimer ZEW erfragten Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten für die kommenden Monate etwas skeptischer aus.

Das gesamtwirtschaftliche Wachstumstempo hat sich im zweiten Halbjahr 2016 wieder beschleunigt. Während es im dritten Quartal nur bei +0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal lag, kletterte die Wachstumsrate im vierten Quartal auf +0,4 Prozent. Das ist zwar minimal schwächer als im Vorfeld vom Analystenkonsens erwartet (+0,5 Prozent), aber durchaus ein solides Ergebnis. Denn auf Jahresrate hochgerechnet lag das Wachstum zum Ende letzten Jahres damit immerhin bei 1,7 Prozent.

Positive Wachstumsimpulse kamen zum Jahresende 2016 aus dem Inland: Der Staat erhöhte nach Angaben der Statistiker seine Konsumausgaben deutlich, die privaten Haushalte gaben ebenfalls etwas mehr Geld als im Vorquartal aus. Daneben wurde vor allem in Bauten deutlich mehr investiert als im dritten Quartal 2016. Vom Außenhandel wurde die Konjunktur dagegen gebremst, denn die preisbereinigten Importe legten im Vergleich zum Vorquartal deutlich stärker zu als die Exporte. Damit verringert sich der hohe Handelsbilanzüberschuss etwas, was den internationalen Forderungen an die Adresse Deutschlands entgegen kommt.

Eine Wachstumsbeschleunigung ist für die kommenden Monate aber nicht zu erwarten, das zeigen zumindest die ZEW-Umfragen zu den Konjunkturerwartungen. Sie sind im Februar auf den niedrigsten Stand seit letzten Oktober gefallen. Vor allem die politischen Unsicherheiten in Bezug auf die neue US-Regierung und die anstehenden Wahlen in Europa dürften hier eine Rolle gespielt haben. Insgesamt deuten das freundliche weltwirtschaftliche Umfeld und das gute heimische Wirtschaftsklima aber auch weiterhin auf ein robustes Wachstum in Deutschland hin.

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