US-Arbeitsmarkt: Kräftiger Frühjahrsschwung bei der Beschäfti-gung, weiterhin nur moderater Lohndruck

Dank eines erfreulich deutlichen Stellenaufbaus im güterproduzierenden Bereich konnte im Februar die recht kräftige Beschäftigungsdynamik vom Vormonat gehalten werden. Nach dem heute veröffentlichten offiziellen Bericht zum US-Arbeitsmarkt stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 235.000 Personen, dies entsprach nahezu der Steigerung vom Vormonat. Dass der US-Arbeitsmarkt sich auch schon ohne wirtschaftspolitische Stimuli in einer außerordentlich guten Verfassung befindet, verdeutlicht der Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,8 auf 4,7 Prozent. Denn im Februar stieg im Vergleich zum Vormonat das Angebot an Arbeitskräften erneut deutlich an, so dass es auch galt, Rückkehrer aus der stillen Reserve in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Da der Jobmotor im Februar aber nicht ins Stocken geriet, sondern stattdessen seinen Schwung im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft etwas steigerte, sank trotz des deutlichen Zustroms an Arbeitskräften die Arbeitslosigkeit. Aber gerade die deutliche Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes dürfte auch das Anziehen der Lohndynamik verhindert haben. Wie im Januar erhöhte sich der durchschnittliche Stundenlohn gegenüber dem Vormonat nur um 0,2 Prozent. Dennoch rechtfertigen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen durchaus, dass die Notenbank ihren graduellen Erhöhungszyklus bereits in diesem Monat weiter fortsetzt. Bereits seit Anfang letzten Jahres liegt die Arbeitslosenquote knapp unter der Fünf-Prozent-Marke und weiteres Abwarten würde nur die Gefahr eines abrupten Lohnanstiegs erhöhen.

Mit einem Stellenplus im produzierenden Sektor hatten wir durchaus gerechnet. Dass dieser nun noch stärker ausfiel als wir zunächst erwartet hatten, dürfte aber nicht nur an dem milden Winterwetter gelegen haben, von dem offensichtlich der Bau profitiert hat. Im verarbeitenden Gewerbe wurde mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl um 28.000 nicht nur der stärkste Zuwachs seit dreizehn Monaten verzeichnet, dies war auch der dritte Anstieg in Folge. Ganz ähnlich fällt die Bilanz für den Bergbau bzw. die Ölindustrie aus. Letztendlich spiegelt die Entwicklung in den güterproduzierenden Branchen die verbesserte Auftragslage und den stabilen und erholten Ölpreis wider.

Das insgesamt sehr gute Wirtschaftsklima spricht auch in den kommenden Monaten für eine weiterhin robuste Beschäftigungsdynamik in den Vereinigten Staaten, die unverändert im Wesentlichen vom Dienstleistungsbereich getragen wird. Auch wenn sich das Industrieklima in den letzten Monaten überraschend deutlich verbessert hat, dürfte sich der Stellenaufbau in diesem Bereich zwar fortsetzen, mit einer nochmals deutlich anziehenden Beschäftigungsdynamik in der Industrie rechnen wir aber nicht

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