Fed-Sitzung: Alles bleibt beim Alten

Die erste Zinsanhebung im Jahr 2017 ist erfolgt. Gestern Abend hat die US-Notenbank den Zinskorridor zum dritten Mal in den zurückliegenden eineinhalb Jahren um 25 Basispunkte angehoben und weitere moderate Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Mit drei unterstellten Leitzinserhöhungen pro Jahr hatte sich der allgemeine Tenor der US-Notenbank in den vergangenen Monaten in Richtung einer marginal schärferen Geldpolitik verschoben. Nun scheint die Fed offensichtlich auf dem richtigen Weg zu sein, denn die Währungshüter haben keine Änderung am derzeitigen geldpolitischen Kurs vorgenommen.

Bei den Projektionen waren in erster Linie die Erwartungen der FOMC-Mitglieder bezüglich des Leitzinspfades interessant. Der sogenannte „Dot-Plot“ zeigt im Vergleich zu den Einschätzungen der Fed-Ökonomen im Dezember 2016 einen gleichbleibenden Zinsanstiegspfad für die kommenden Jahre. Im Median erwarten die Fed-Verantwortlichen einen Leitzins von 1,4% per Jahresende 2017. Ende 2018 werde der Leitzins bei 2,1% und im Dezember 2019 bei 2,90% stehen. In der Pressekonferenz hat Yellen ebenfalls versucht, die Kontinuität in der Geldpolitik hervorzuheben.

Insgesamt haben die Aktienmärkte nach der Entscheidung der US-Währungshüter leicht im Plus geschlossen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries ist in einer ersten Reaktion um sechs Basispunkte gesunken, während der US-Dollar Verluste verbuchte. Die Marktreaktion war zweifelsohne der Tatsache geschuldet, dass viele Marktteilnehmer mit einer weiteren Verschärfung des geldpolitischen Kurses gerechnet hatten.

Das jüngste Treffen des FOMC-Rates hat im Wesentlichen unsere Einschätzung bestätigt. Wir sehen keine Veranlassung, unsere derzeitige Prognose von insgesamt zwei weiteren Leitzinserhöhungen in diesem Jahr zu ändern. Diese dürften einerseits im Juni und dann wieder im Dezember erfolgen. Ende 2017 liegt die obere Begrenzung der Fed-Funds-Rate wohl bei 1,50%. Im September erwarten wir keinen Zinsschritt. Die Fed könnte dann Details über eine Änderung der Reinvestitionspolitik bekannt geben. Dies dürfte eine ebenso restriktive Wirkung haben.

 

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