Starke Konjunktur spült Geld in öffentliche Kassen

Die Konjunktur in Deutschland entwickelt sich weiterhin sehr robust. Hiervon profitieren sowohl die deutschen Unternehmen, deren gewinne in 2017 spürbar zunehmen sollten. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die privaten Haushalte, die von einer weiterhin zunehmenden Beschäftigung und steigenden Löhnen profitieren. Somit steigt das verfügbare Einkommen und das Risiko die Beschäftigung zu verlieren ist gering. Diese positiven Entwicklungen münden in steigende Steuereinnahmen, welche leider nicht immer sinnvoll verwendet werden. Hier können wir sicherlich noch besser werden.

Bund, Länder und Kommunen konnten im Februar erneut ein kräftiges Plus verzeichnen. Das Gesamtaufkommen an Steuern (ohne reine Gemeindesteuern) kletterte im Februar nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,3 Prozent. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 lag das Plus durchschnittlich bei 6,2 Prozent. Die Steuereinnahmen stiegen auf fast 95,6 Mrd. Euro. Das rangiert weit über dem bisher für das Jahr 2017 insgesamt erwarteten Zuwachs von 2,9 Prozent. Es wird sich zeigen, ob im Mai die Prognose der weiteren Haushaltentwicklung aufgrund der zuletzt positiven Tendenz angepasst werden muss, wenn der nächste Termin zur Steuerschätzung ansteht.

Das Plus ist nach Angaben des Ministeriums vor allem auf Zuwächse bei der Lohnsteuer sowie einen kräftigen Anstieg bei der Umsatzsteuer zurückzuführen. Die anhaltend hohe Beschäftigung sowie die Lohnsteigerungen stärken den privaten Konsum. Auch die Steuereinnahmen aus Unternehmensgewinnen haben zugenommen. Einen klaren Anstieg verzeichneten die Staatskassen zudem bei den Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge. Allerdings liegen zur weiteren Aufschlüsselung keine statistischen Daten vor.

Darüber hinaus verbesserte sich die Einkommenssituation der privaten Haushalte, denn auch die Lohnentwicklung bleibt aufgrund der guten Konjunktur weiter aufwärtsgerichtet. Gerade preisbereinigt verzeichneten die deutschen Haushalte im vergangenen Jahr wieder einen deutlichen Reallohnzuwachs. Der Reallohnindex legte 2016 Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent zu. Das Jahr 2016 war damit das dritte Jahr in Folge mit einem starken Anstieg des Reallohnindex. Da der Index der Verbraucherpreise zeitgleich nur um +0,5 Prozent zulegte, belief sich der nominale Verdienstanstieg auf 2,3 Prozent.

Allerdings dürften sich die Zuwächse der realen Verdienste im weiteren Jahresverlauf 2017 etwas abschwächen, da zuletzt die Inflationsrate deutlich angestiegen ist. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2016 fielen die Zuwachsraten der Reallöhne geringer aus. Der nominale Verdienstanstieg in Höhe von 2,3 Prozent im Schlussquartal 2016 führte wegen der höheren Verbraucherpreise (+ 1,1 Prozent) nur noch zu einem realen Verdienstzuwachs in Höhe von rund 1,1 Prozent.

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