Einkaufsmanager optimistisch: Geschäftserwartungen auf Allzeithoch

Die aktuellen Ergebnisse der Befragung unter den europäischen Einkaufsmanagern fallen so gut aus wie seit Frühjahr 2011 nicht mehr. Ein außerordentlich starkes Auftragsplus, sowohl im Dienstleistungsbereich als auch in der Industrie, befeuerte der Befragung zufolge die Produktion und – aufgrund steigender Kapazitätsauslastung – auch die Beschäftigungsabsichten. Der wegen des relativ schwachen Euros vorhandene Preisdruck auf der Einkaufsseite kann durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.

Sehr optimistisch sind auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate, die in der Märzbefragung ein neues Allzeithoch erreichten. Allerdings werden die Geschäftserwartungen erst seit 2012 abgefragt. In Deutschland und Frankreich, den großen Mitgliedsländern der EWU, verbesserte sich die Laune der Einkaufsmanager deutlich. In Deutschland kommt der größte Schub aus der Industrie, während in Frankreich der Service-Sektor den Takt angibt. Der zusammengefasste Composite-Index Produktion für den Euroraum stieg von 56,0 auf 56,7 Indexpunkte – Höchststand seit 71 Monaten. Dabei legten die Stimmungsbarometer sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich zu.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im März weiterhin sehr zuversichtlich. Das Stimmungsbarometer für die Industrie stieg um 1,5 Indexpunkte auf 58,3 Indexpunkte an und markiert damit ebenfalls den höchsten Stand seit 71 Monaten. Bei Dienstleistern legte der Index um 1,2 Punkte zu. Mit 55,6 bleibt er aber weiter unter dem Niveau der Industrie. Angetrieben wird die deutsche Privatwirtschaft von ordentlich gefüllten Auftragsbüchern, was die Produktion weiter angefeuert hat. In der Folge verbesserten sich die Beschäftigungsabsichten im März so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Geschäftsaussichten aus beiden Sektoren für die kommenden Monate ein neues Allzeithoch erreichten.

Auch die französische Privatwirtschaft scheint auf Basis der Umfrageergebnisse weiter Fahrt aufzunehmen. Hier sind es die Dienstleister, die von hervorragenden Geschäftsbedingungen berichten. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Unternehmen stieg von 55,9 auf 57,6 Indexpunkte und fällt so hoch aus wie seit 70 Monaten nicht mehr. Zwar ist die Stimmung in der Industrie recht positiv, doch lange nicht so gut wie im Dienstleistungsbereich. Der Composite-Index, der die Stimmung aus beiden Sektoren zusammenfasst, verbesserte sich von 55,9 auf 57,6 Zähler. Damit fällt er sogar noch besser aus als in Deutschland mit 57,0 Punkten.

Glaubt man den heute veröffentlichten Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung, nimmt der konjunkturelle Aufschwung in der Europäischen Währungsunion immer mehr Fahrt auf. Durchweg werden die Lage sehr gut und die Geschäftsperspektiven so positiv wie noch nie eingeschätzt. Trifft beides zu, dürfte das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2017 wieder kräftig ausgefallen sein und könnte sich gegenüber der Dynamik aus dem Schlussquartal 2016 von +0,4 Prozent Q/Q sogar nochmal etwas beschleunigt haben.

 

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