EZB schlägt weniger expansiven Kurs ein

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen.

Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für Unruhe bei den Währungshütern. Schon bei der jüngsten Sitzung des EZB-Rates klang Präsident Draghi nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der Vergangenheit. In den kommenden Monaten dürfte die Geldpolitik auch in der Wortwahl sukzessive weniger expansiv werden.

Auf der Septembersitzung dürfte die Notenbank dann gemäß dem Motto „Dosis verringern, Rezept verlängern“ eine Weiterführung der Anleihekäufe bis ins erste Halbjahr 2018 bekannt geben, wenngleich das Volumen wohl gekürzt wird. Im Oktober dieses Jahres erwarten wir eine Anhebung des Einlagesatzes von minus 0,40% auf minus 0,25%. Mit einem allmählich heilenden Kreditkanal und entschwundenen Deflationsrisiken kann die EZB damit eine weitere Normalisierung der geldpolitischen Maßnahmen signalisieren, wenn sie bei ihren Zinssätzen wieder eine Symmetrie herstellt. Übergeordnet bleibt sie aber weiterhin eindeutig expansiv. Zum Jahresende dürften die langfristigen Renditen ebenso steigen. Dies reflektiert insbesondere eine bessere konjunkturelle Entwicklung sowie die weniger expansive Ausrichtung der EZB.

 

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