CNB gibt die Krone frei: Aufwärtspotenzial moderat

Heute hat die tschechische Notenbank (CNB) die seit November 2013 bestehende Wechselkursuntergrenze in Euro-Krone aufgehoben. Gänzlich überraschend dürfte dieser Schritt für die Marktteilnehmer nicht gekommen sein, hat die Zentralbank doch das Ende dieser einseitigen Wechselkursbindung bereits seit Längerem für das zweite Quartal in Aussicht gestellt. Dass sich die Marktreaktionen in vergleichsweise engen Grenzen gehalten haben – Euro-Krone schwankte unmittelbar nach dieser Bekanntgabe nur um rund +0,6% bzw. -1,3% um die Marke von 27,00 CZK – dürfte in erster Linie auf das beherzte Eingreifen der CNB zurückzuführen sein. Wenngleich sie kein konkretes Wechselkursniveau anstrebt, hat sie doch bereits im Vorfeld dieses Schrittes zuletzt immer wieder betont, übermäßigen Kursbewegungen im Nachgang der Freigabe der Krone entschieden entgegenzutreten.

Als Gründe für die Aufgabe der Wechselkursuntergrenze zum jetzigen Zeitpunkt nannte die tschechische Notenbank die solide fundamentale Entwicklung des Landes. In diesem Zusammenhang hob sie nicht nur die seit der Einführung der Wechselkursuntergrenze Ende 2013 wieder deutlich an Schwung gewonnene Wirtschaftsdynamik hervor. Vielmehr verwies die CNB darauf, dass die Disinflationsgefahren, welche die Einführung dieser Wechselkursanbindung nötig gemacht haben, dauerhaft gebannt und die Teuerungsrate nun wieder nachhaltig in den Zielbereich der CNB von 2,0% (J/J) zurückgekehrt seien. Angesichts dieser positiven Entwicklungen hielt es die Zentralbank nun für angemessen, in der Geldpolitik wieder zur Normalität zurückzukehren. Die Aufgabe der Wechselkursuntergrenze sieht die CNB eigenen Angaben zufolge als ersten Schritt in Richtung einer schrittweisen geldpolitischen Straffung. Bis sie jedoch wirklich den Leitzins anheben sollte, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.

 Selbst wenn die CNB unserer Ansicht nach besonders in den kommenden Wochen auch mit für ihre Verhältnisse großen Volumina am Markt gefragt sein sollte, dürfte es der Notenbank letztendlich doch gelingen, die Krone in den von ihr gewünschten Bahnen zu halten. Zugute kommen dürfte hierbei, dass sie sich ungeachtet ihrer zu Beginn des Jahres vergleichsweise intensiven Markteingriffe interventionstechnisch noch in recht ruhigem Fahrwasser bewegt und sie vom Markt als glaubwürdig eingeschätzt wird. Daher gestehen wir der tschechischen Landeswährung gegenüber dem Euro über den Prognosehorizont hinweg weiterhin nur ein moderates Aufwärtspotenzial von maximal etwa 4% zu.

 

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *