Einkaufsmanagerindizes zeichnen guten Start für das zweite Quartal

Die Stimmungslage unter den europäischen Einkaufsmanagern lässt auf ein gefestigtes konjunkturelles Grundtempo in der Europäischen Währungsunion schließen. Gemäß der heutigen Vorabveröffentlichung, die auf rund 85 Prozent der Antworten der befragten Einkaufsmanager beruht, bleiben die Stimmungsinkatoren nicht nur auf einem hohen Niveau, sie können sogar gegenüber den hohen Werten aus dem März etwas zulegen. Dies spiegelt sich an dem umfassenden Composite-Einkaufsmanagerindex wider, der die Stimmungslage in der gesamten Privatwirtschaft erfasst. Er verbesserte sich nochmal um 0,3 Zähler und liegt im April bei 56,7 Indexpunkten: Das ist der höchste Zählerstand seit 72 Monaten. Sowohl die Dienstleister als auch die Industrieunternehmen vermeldeten eine bessere Stimmung. Auf Länderebene wurden leichte Stimmungseintrübungen bei den deutschen Einkaufsmanagern auf hohem Niveau durch bessere Stimmungswerte in Frankreich und den anderen Ländern mehr als ausgeglichen. Gemäß der Umfrageergebnisse steht die konjunkturelle Erholung der Währungsunion damit auf einem breiten Fundament.

Die Einschätzungen der deutschen Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe bleiben gemäß der Befragung der Einkaufsmanager  auch zu Beginn des vierten Quartals sehr robust. Die guten Stimmungswerte aus dem März konnten aber nicht ganz gehalten werden. In beiden Bereichen – Industrie und Dienstleistungen – gaben die Indikatoren etwas nach, sie blieben aber deutlich über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Der Composite-Index verlor 0,8 Zähler und notiert im April gemäß der Vorabveröffentlichung bei 56,3 Punkten. Insgesamt bewerten die Einkaufsmanager Produktion, Auftragslage und Beschäftigung als so gut wie bisher, in einigen Teilbereichen fallen die Zuwächse aber leicht schwächer aus als im Vormonat. Insgesamt dürfte das wirtschaftliche Expansionstempo zu Beginn des zweiten Quartals 2017 im Vergleich zum ersten Quartal – wenn überhaupt – nur leicht schwächer gewesen sein. Für das erste Vierteljahr erwarten wir das deutsche Wirtschaftswachstum bei +0,6 Prozent.

Die französischen Einkaufsmanager zeigen sich im April in bester Laune. Die bevorstehende erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen ist zumindest kein Anlass für eine skeptischere Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Erwartungen. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex stieg gemäß der Vorabveröffentlichung im April von 56,8 auf 57,4 Indexpunkte. Damit liegt der Index nicht nur deutlich über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten, ab der eine Zunahme des Wirtschaftswachstums signalisiert wird. Es ist sogar der höchste Wert seit 71 Monaten. Dabei verbesserte sich die Stimmung sowohl im Dienstleistungs- als auch im Industriebereich. Damit dürfte auch die die französische Volkswirtschaft ihren wirtschaftlichen Aufschwung fortsetzen und erfreulich in das zweite Quartal gestartet sein. Im ersten Quartal dürfte das Wirtschaftswachstum bei rund +0,4 Prozent gelegen haben.

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