Milchbauern profitieren von steigenden Preisen – vorerst

Die Milchpreise sind in Deutschland seit Mitte 2016 kräftig gestiegen. Der vom Kieler Institut von Ernährungswirtschaft (ife) regelmäßig veröffentlichte Rohstoffwert Milch, der sich aus den Butter- und Magermilchpulverpreisen ableitet, lag im März 52% über dem Vorjahreswert. Dies sorgt unter den Milchbauern in Verbindung mit niedrigen Futtermittelpreisen für eine deutliche Aufhellung der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die im bisherigen Jahresverlauf rückläufige europäische Milcherzeugung und die hohe Verbrauchsdynamik bei fetthaltigeren Milchprodukten (Fettmarkt) lassen den Butterpreis sehr stark steigen. Auf dem Eiweißmarkt fiel die Notierung für Magermilchpulver (MMP) hingegen aufgrund der ausreichenden Versorgungslage deutlich.

Nicht nur die in Europa erzeugte Milchmenge ist bisher rückläufig, sondern auch die in den anderen wichtigen Exportländern wie Australien und Neuseeland. Einzig die USA können wegen der guten Wetterbedingungen und niedrigen Futtermittelpreise ihr Milchaufkommen erhöhen.

Wir erwarten jedoch, dass die gestiegenen Milchpreise im weiteren Jahresverlauf einige Milchbauern in Europa dazu veranlassen, ihre Erzeugungsmenge wieder zu erhöhen. In Polen ist die Anpassung der Angebotsseite an das gestiegene Preisniveau bereits zu beobachten. Sowohl die höhere Herdenzahl in den USA als auch die tiefen Preise für Futtermittel sprechen dafür, dass sich der positive Erzeugungstrend fortsetzen wird. Australien und Neuseeland hingegen werden auch wegen der zu feuchten Wetterbedingungen nicht in der Lage sein, ihre Produktion signifikant zu erhöhen.

Auf aggregierter Ebene gehen wir davon aus, dass der starke Milchpreisanstieg der letzten Monate zu einer marginalen Erhöhung des weltweiten Angebotes führt. Dies wird als Folge auch das Exportaufkommen leicht erhöhen. Dennoch bleibt der Ausblick für die globale Preisentwicklung für Milch aussichtsreich, da die Importe getragen von der hohen asiatischen (chinesischen) Einfuhrdynamik stärker steigen werden.

Wegen der positiven globalen Vorgaben für die weltweite Entwicklung des Milchpreises wird sich auch das deutsche Preisniveau entsprechend solide entwickeln. Ohnehin existiert zwischen dem globalen und deutschen Milchpreis ein ausgeprägter statistischer Zusammenhang.

Aus den an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig gehandelten Markterwartungen (Futures) für die zukünftige Butter- und MMP-Preisentwicklung lässt sich die Erwartung eines im Jahresdurchschnitt 2017 um 24% höheren Milchpreises (ife) als in 2016 ableiten.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.90

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *