DAX nimmt 2018 Kurs auf 13.500 Punkte

Bei den deutschen Unternehmen läuft die operative Entwicklung sehr gut. Zwei Drittel der DAX-Unternehmen haben Rekordumsätze für das 2016 gemeldet. Auch zukünftig schätzen wir die im DAX zahlreich vertretenen „Exporthochleister“ positiv ein. Dank stabiler Weltkonjunktur und überdurchschnittlicher Zuwächse in den Emerging Markets sollten die Unternehmensgewinne in diesem und im nächsten Jahr um je rund zehn Prozent wachsen können. So könnte der deutsche Leitindex in den kommenden zwölf Monaten um weitere zehn Prozent steigen, ohne dass sich die aktuelle Bewertungsrelation (DAX-KGV 14,1) verändern würde. Dies ist das Hauptargument für unsere positive Erwartung hinsichtlich der Aktienmarkt-entwicklung im zweiten Halbjahr 2017 (13.000 Punkte, zuvor 12.500) sowie der ersten Jahreshälfte 2018 (DAX 13.500).

Jedoch erwarten wir in unserer Verlaufsprognose keinen ruhigen Seitwärtsmarkt, wie es unsere Prognose auf den ersten Blick zu vermitteln scheint. Die heutige Lage an den Aktienmärkten ist nicht repräsentativ – wir befinden uns auf einem ausgeprägten Stimmungshoch, das eine Fortschreibung der Kursentwicklung der vergangenen Wochen unwahrscheinlich macht. Möglicherweise sind in der bevorstehenden saisonal ruhigeren Zeit erste Anleger bereit, Gewinne zu realisieren und treten damit eine Konsolidierungswelle los.

Über unseren Prognosehorizont hinausschauend, sehen wir gute Chancen, dass der Aufschwung am Aktienmarkt noch einige Zeit anhalten wird. Üblicherweise beginnen Aktienmärkte mit der letzten Leitzinserhöhung im Zyklus, einer Rezession oder einer Ölkrise die Korrektur. Aktuell stehen wir in den USA gerade erst am Beginn eines neuen Leitzinsanhebungszyklus, der gleichzeitig wohl auch länger andauern wird als bisherige Zyklen. Im Euroraum sind wir noch weit entfernt von einer ersten Leitzinsanhebung.

Die Flughöhe der Aktien hat nach über acht Jahren Aufschwung zwar ein hohes Niveau erreicht. Dies muss jedoch kein Hemmnis für weitere Kursavancen darstellen. Auch befinden sich die Kapitalmärkte derzeit noch mitten in „terra icognita“, das Ausmaß der geldpolitischen Stimuli über die vergangenen zehn Jahre hinweg macht diesen Zyklus zu einem besonderen. Wir gehen davon aus, dass in diesem Zyklus das Hoch bei rund 14.000 Punkten im Jahr 2019/20 (aktueller Indexstand plus zwei mal +10% EPS für 2018/19) erreicht werden wird. Dann dürfte es zunehmend unangenehm werden, nicht zuletzt wegen ansteigender (US-) Kapitalmarktzinsen.

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