Deutsche Wirtschaft mit starkem Jahresauftakt

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder schneller, und das trotz der außenpolitischen Risiken. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,6 Prozent zum Vorquartal zu, das ist der größte Zuwachs seit einem Jahr. Höhere Investitionen, steigende Konsumausgaben und mehr Exporte ließen die Wirtschaftsleistung zwischen Januar und März steigen. Im vierten Quartal 2016 war das Plus mit 0,4 Prozent noch merklich kleiner ausgefallen. Damit trotzte die deutsche Konjunktur der Unsicherheit nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump und dem näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens.

Impulse kamen zu Jahresbeginn nach Angaben der Statistiker, die noch keine Details veröffentlichten,  sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Besonders erfreulich dabei: Die Investitionen legten wieder kräftig zu. Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wie Maschinen sei „deutlich mehr“ gesteckt worden, wozu die niedrigen Zinsen sicherlich beigetragen haben. Die Ausrüstungsinvestitionen waren zuletzt dreimal in Folge gesunken, trotz der eigentlich gut laufenden Konjunktur und ausgelasteter Kapazitäten.

Auch Verbraucher und Staat gaben etwas mehr für Konsumzwecke aus. Da die bereits seit einigen Monaten wieder steigende Inflation jedoch die Kaufkraft der Verbraucher schmälert, dürfte das Geld bei ihnen nicht mehr ganz so locker gesessen haben wie zuletzt. Wegen der besseren Weltkonjunktur wuchsen die Exporte stärker als die Importe, was ebenfalls die Konjunktur anschob. Wichtige Abnehmer deutscher Produkte wie die Euro- und große Schwellenländer befinden sich derzeit im konjunkturellen Aufwind.

Mit den starken Zahlen aus Deutschland werden jedoch auch die wirtschaftlichen Diskrepanzen im Euro-Raum größer, denn Deutschland wächst weiterhin schneller als die beiden anderen großen Volkswirtschaften der Euro-Zone. Für Frankreich steht zum Jahresauftakt nur ein Plus von 0,3 Prozent zu Buche, für Italien dürfte es nach Prognose der dortigen Notenbank sogar nur zu 0,2 Prozent reichen. Die politischen Verhandlungen über die weitere Strategie im Euro-Raum dürfte das nicht einfacher machen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.13

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *