US-Arbeitsmarkt: Anhaltender Schwung lässt Zahl der Arbeitslosen weiter schrumpfen

Nach einer Dauer von ziemlich genau 10 Jahren wurden im Mai in den USA erstmals wieder weniger als sieben Millionen Arbeitslose gezählt, dies zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht. Durch den fünften Rückgang in Folge lag die Arbeitslosenquote nur noch bei 4,3 Prozent. Der Jobmotor in den Vereinigten Staaten läuft also weiter rund und bestätigt unser Bild eines robusten Wirtschaftswachstums im laufenden und in den kommenden Quartalen. Angesichts der guten Arbeitsmarktlage dürften die Fed-Oberen kaum daran vorbeikommen, noch in diesem Monat den nächsten Zinsschritt zu verkünden.

Bedenkenträger dürften anmerken, dass die Zahl der Beschäftigten im Mai „nur“ um 138.000 Personen stieg und damit hinter den Markterwartungen zurückblieb. Darüber hinaus wurde auch noch der Beschäftigungsaufbau in den beiden vorangegangenen Monaten um insgesamt fast 70.000 Personen nach unten revidiert. Nach unserer Einschätzung ist ein robustes Tempo beim US-Jobmotor aber weiterhin zu erkennen. Der bisherige Quartalsdurchschnitt zeigt ein monatliches Stellenplus von rund 160.000 – dies entspricht nahezu dem Durchschnitt der beiden vorangegangenen Quartale. Diese Entwicklung stimmt übrigens auch sehr gut mit dem anhaltend guten Wirtschaftsklima überein, das die Umfragen durch das ISM-Institut zeigen. Letztendlich spiegelt sich in dem etwas verhalteneren Beschätigungsaufbau aber wohl auch eine aufkommende Knappheit bei qualifizierten Arbeitskräften wider.

Noch ein paar Worte zur Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich, die ja besonders im Fokus des neuen US-Präsidenten steht. Laut Mai-Bericht hat sich der schwache Aufwärtstrend der letzten Monate bei der Industriebeschäftigung weiter fortgesetzt, auch wenn der Dienstleistungssektor erneut der wesentliche Jobmotor war. Zuletzt stieg die Beschäftigtenzahl allerdings nur in der Bauwirtschaft und beim Bergbau. Beim verarbeitenden Gewerbe stagnierte hingegen die Beschäftigung nach zwei recht kräftigen Vormonaten. Insgesamt liegt die Zahl der Industriebeschäftigten derzeit knapp unterhalb der 20‑Millionen-Marke, dies entspricht dem Niveau vom Jahresende 2008. Dennoch schwindet die Bedeutung des industriellen Sektors als Arbeitgeber weiter dahin: Der Anteil der Industriebeschäftigten an der gesamten Beschäftigung ist in den letzten Jahren stetig gesunken und hat mittlerweile ein Allzeit-Tief erreicht.

 

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