Freiheit braucht Mut

Mit den terroristischen Anschlägen der vergangenen Wochen erleben wir in diesen Tagen wiederholte Angriffe auf unsere freiheitliche Grundordnung. Wir sollten jedoch vorsichtig sein, mit der Reaktion auf diese Angriffe ebenjene Grundordnung nicht selbst in Frage zu stellen.

Bislang haben die verantwortlichen Politiker in ihren Äußerungen zu den Anschlägen meist mit Bedacht reagiert. Zugleich scheint die Abwägung zwischen Terrorabwehr und einer Pflege der Grundrecht inzwischen schwerer zu fallen. In Großbritannien hat nun Premierministerin May die Idee in die Diskussion gebracht, dass man zum Schutze der Bevölkerung die Grundrechte einschränken könnte. Ähnliche Überlegungen gibt es auch in Deutschland, wo die Überwachung von Kindern gefordert wird.

So verständlich diese Forderungen sind, so sind sie aus meiner Sicht falsch. Wenn wir in unseren Gesellschaften diesen Weg einschlagen würden, so gäben wir dem Angriff auf unser freiheitliches System weiteren Vorschub. Wir nähmen uns selbst einen Teil unserer Freiheit und Selbstbestimmtheit. Sicherheit ist wichtig, lässt sich in einer freien Gesellschaft aber nur bis zu einem gewissen Grad garantieren. Freiheit braucht Mut.

Das europäische Wirtschaftssystem und damit unser Wohlstand ist auf den Grundgedanken Freiheit und Partizipation aufgebaut. Diese Prinzipien werden, im Übrigen auch durch den amerikanischen Präsidenten, zunehmend in Frage gestellt. Wir sollten sehr sorgsam mit diesen Prinzipien umgehen. Ansonsten könnte die soziale und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaften geschädigt und unser Wertesytem insgesamt in Frage gestellt werden.

 

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3 Kommentare

Thomas Reichelt

Hallo Herr Bielemeier,

KLASSE 🙂 RESPEKT !!! Ganz toll geschrieben.

L.G. aus Münster

Thomas Reichelt

Gisela Fimiani

Sehr geehrter Herr Bielmeier,

erlauben Sie mir bitte, meinem Befremden über Ihren heutigen Artikel Ausdruck zu verleihen. Selbstverständlich respektiere ich Ihre Meinung. Gleichwohl verspreche ich mir von Ihrem Blog, welchen Sie als Chefvolkswirt der DZ Bank verantworten, Ihrer Expertise und Funktion entsprechene Einlassungen. Politische .Aufassungen entnehme ich vorzugsweise anderen Quellen.

Mit respektvollem Gruß

Gisela Fimiani

Sabine Nitschke

Nicht politisch, sondern realistisch. Punktgenaue analytische Betrachtung mit schlüssigem Ausblick auf die potentielle Entwicklung des Europäischen Wirtschaftssystems. Dieses System hat nun einmal auch soziale und psychologische Werte als Grundbedingung, weil es sonst schlicht nicht leistungsfähig sein kann – weder wirtschaftlich noch sozial.

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