Wirtschaft im Euro-Raum läuft auch in Q2 rund

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes sind im Juni zwar etwas gefallen, für das zweite Quartal signalisieren sie für den Euro-Raum jedoch weiterhin eine gute wirtschaftliche Lage. Im Quartalsmittel fällt die Beurteilung der Einkaufsmanager so gut aus wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Daran ändert auch die leichte Stimmungseintrübung im Juni kaum etwas. Nach den Verbesserungen der letzten Monate ist die kleine Korrektur am aktuellen Rand nicht überraschend. Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum damit im zweiten Quartal auf Basis der Umfragedaten wieder recht kräftig ausfallen.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 56,8 auf 55,7 Indexpunkte, der ist der niedrigste Stand seit 5 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich etwas ein, während der Index für die Industrie den höchsten Wert seit 73 Monaten erklimmen konnte. Auftragslage und Beschäftigungsabsichten werden durchweg als gut bewertet, der Preisdruck der Unternehmen bleibt begrenzt.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Juni weiterhin zuversichtlich, auch wenn die Stimmungsbarometer für die Industrie und Dienstleister nachgaben. Der Composite-Index ging von 57,4 im Vormonat auf 56,1 Indexpunkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit Februar. Insgesamt fällt die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage immer noch mehr als robust aus. Im Quartalsdurchschnitt signalisieren die Stimmungsbarometer erneut eine kräftige konjunkturelle Dynamik. Während nach Angaben der Einkaufsmanager die Industrieproduktion weiter kräftig zulegen konnte, schwächte sich der Zuwachs der Geschäftsaktivität im Service-Bereich etwas ab. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Bewertung der Neuaufträge. Was die Preisseite anbelangt, bleibt der Kostendruck moderat. Gemäß Markit schwächte sich die die Zunahme der Inputpreise den dritten Monat in Folge ab, auch aufgrund des stärkeren Euros. Das Wachstum der Verkaufspreise fiel ebenfalls geringer aus.

Auch die französische Privatwirtschaft zeigt sich auf Basis der Befragungsergebnisse weiter in einer robusten Verfassung. Zwar gab auch hier der umfassende Composite-Index nach. Er notiert im Juni bei 55,3 Zählern nach 56,9 Indexpunkten im Vormonat. Das hohe Niveau lässt aber weiterhin auf eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums hoffen, denn im Durchschnitt des zweiten Quartals fällt der Index so hoch aus wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Während auch in Frankreich die Stimmung in der Industrie im Monatsvergleich zulegte, büßte der Index der Dienstleister etwas ein. Die Bewertungen der Auftragslage und der Beschäftigungsaussichten fielen insgesamt weiterhin sehr gut aus, während der Zuwachs der Produktion etwas schwächer ausfiel als im Vormonat. Ein steigender Inflationsdruck ist nicht in Sicht, steigende Inputpreise wurden nur von den Güterproduzenten weitergegeben, während die Dienstleiter von sinkenden Absatzpreisen berichteten.

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