Einkaufsmanager im Euro-Raum: Etwas weniger Konjunkturoptimismus

Zum zweiten Mal in Folge sinkt das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager im Euro-Raum. Der zusammengesetzte „Composite“-Index, der das Stimmungsbild für die gesamte EWU-Privatwirtschaft zusammenfassen soll, verlor ‑0,5 Zähler und notiert im Juli bei einem Wert von 55,8 Punkten. Damit bleibt der Index aber ohne Frage auf einem hohen Niveau.

Hinter dem leichten Rückgang dürften unter anderem Sorgen bezüglich einer möglichen Belastung des Exportsektors durch den erstarkten Euro stecken. Zwar notiert die Einheitswährung im historischen Vergleich weiterhin nicht auf hohem Niveau. Die zuletzt zügige Aufwertung des Euro-Dollar-Kurses verteuert aber den Export von Gütern und Dienstleistungen und könnte so den Absatz im Ausland erschweren.

Das Konjunkturbild im Euro-Raum bleibt insgesamt aber auch zum Start in das dritte Quartal 2017 ausgesprochen gut. In den Vormonaten waren die Einkaufsmanagerindizes, aber auch andere wichtige Frühindikatoren, in zum Teil schwindelerregende Höhen geschnellt. Zwar hat sich das konjunkturelle Wachstumsbild im Euro-Raum graduell auch verbessert und weiter gefestigt. Die überschäumende konjunkturelle Zuversicht vermochten die realen Wachstumsraten aber bisher nicht gänzlich widerzuspiegeln. Insofern passt eine Abkühlung des überhitzten Konjunkturoptimismus ganz gut ins Bild.

Ein ähnliches Bild wie für den gesamten Euro-Raum ergibt sich auch für Deutschland. Der Composite-Indikator für die gesamte Privatwirtschaft verlor zwar ‑1,3 Punkte und notierte im Juli bei einem Zählerstand von 55,1. Damit behauptet sich das Stimmungsbarometer aber weiter deutlich im expansiven Bereich oberhalb der 50-Punkte-Marke. Nicht mehr ganz so stark zeigte sich gegenüber dem Vormonat die Geschäfts- und Auftragslage. Demgegenüber verbesserten sich aber im Juli erneut die Jobperspektiven, vor allem im Dienstleistungsbereich.

In Frankreich gibt der Composite-Indikator um -0,9 Punkte nach und landet bei einem Indexstand von 55,7. Damit bleibt die Messzahl ebenfalls deutlich oberhalb der „Expansionsschwelle“ von 50 Punkten, ab der ein positives Wirtschaftswachstum signalisiert wird. Offenbar hallt hier der „Macron“-Faktor weiter nach: Nachdem zuletzt die Konsumlaune laut GfK auf ein Allzeithoch gestiegen war, schnellten nun die Einkaufsmanager-Perspektiven für einen Stellenaufbau im verarbeitenden Gewerbe auf ein 17-Jahres-Hoch! Dies kann als positives Signal für die französische Binnennachfrage gewertet werden. Ein steigender Output und eine verbesserte Auftragslage stimmen zudem positiv für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate.

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