Baldige Änderung der Fed-Reinvestitionspolitik steht bevor

Die US-Währungshüter haben im Zuge ihrer gestrigen Sitzung den Leitzinskorridor unverändert bei 1,00% bis 1,25% belassen, was niemanden überraschte. Jedoch wurden die Erläuterungen zum Zinsentscheid gegenüber der letzten FOMC-Sitzung und den Inhalten der Anhörung Yellens im US-Kongress im Juni etwas angepasst. Hieß es bislang, dass man das Programm zur Normalisierung der Notenbankbilanz „noch in diesem Jahr“ implementieren würde, stellen die Fed-Vertreter nun einen „baldigen Start“ in Aussicht. Hierbei setzen die Ratsvertreter voraus, dass sich die US-Konjunktur weiter wie von ihnen erwartet entwickelt. Grundsätzlich rechnen die Währungshüter unverändert mit einem moderaten Wirtschaftswachstum und weiteren Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt. Die kurzfristigen Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick betrachten die FOMC-Vertreter als ausgeglichen. Hinsichtlich der Inflationsentwicklung rechnen die Notenbank-Oberen auf kurze Sicht mit einem weiterhin vergleichsweise schwachen Preisauftrieb. Mittelfristig sollte sich die US-Teuerung allerdings dem Fed-Inflationsziel von 2% annähern. Der Beschluss über die geldpolitische Ausrichtung wurde von den US-Notenbankvertretern einstimmig getroffen.

An den Finanzmärkten hat die jüngste Fed-Entscheidung keine übermäßigen Reaktionen hervorgerufen. Marktseitig wurde bereits mit dieser leichten Adjustierung des Pressestatements gerechnet. Unter dem Eindruck des aktuellen Fed-Statements sollte die US-Notenbank im September eine Pause im zuletzt vierteljährlichen Zinserhöhungsrhythmus einlegen. Bleibt die Arbeitslosenrate unter ihrem natürlichen Niveau, dürfte die Fed die nächste Leitzinserhöhung im Dezember folgen lassen, noch bevor die Inflationsentwicklung diesen Schritt begründet. Den Startschuss für die ebenso restriktiv wirkende Bilanznormalisierung dürften die Fed-Oberen im September geben, sollte das Erreichen der US-Schuldengrenze in dieser Zeit keine zu große Unruhe stiften. Im Zuge der an dieses FOMC-Treffen anschließenden Pressekonferenz kann US-Notenbankchefin Yellen die Beweggründe für ihr Vorgehen näher erläutern, wobei sie schon Ende August in Jackson Hole weitere Details vorausschicken kann.

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