Wirtschaftswachstum im Euro-Raum: Erste Länderdaten für das zweite Quartal erfüllen hohe Erwartungen

Der Auftakt zur Berichtssaison für das Wirtschaftswachstum des zweiten Quartals im Euro-Raum ist positiv ausgefallen. Die Daten aus Frankreich, Spanien und Österreich haben die Erwartungen erfüllt. Dabei wurde das gute Zahlenwerk auf breiten Schultern getragen. Sowohl von der Inlandsnachfrage als auch dem Außenhandel kommen positive Signale.

Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum und einstiges „Sorgenkind“ präsentiert abermals ein ordentliches konjunkturelles Wachstumsergebnis. Mit +0,5 Prozent liegt der Zuwachs im Frühjahr stabil auf dem Niveau des Vorquartals und dürfte damit nahezu auf EWU-Durchschnitt liegen. Den Löwenanteil trug diesmal der Außenhandel bei. Der Exportsektor konnte kräftig gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres zulegen, während die Importe nur ein schwaches Plus auswiesen. Die abermals gute Quartalszahl und das gegenwärtig ausgesprochen optimistische Wirtschaftsklima dürfen aber nicht über die zahlreichen wirtschafts- und fiskalpolitischen Baustellen hinwegtäuschen, denen sich der neue französische Präsident Emmanuel Macron gegenüber sieht. So gelten besonders der Arbeitsmarkt und das Steuersystem weiterhin als reformbedürftig. Auch der Rückbau der hohen Verschuldung der öffentlichen Haushalte kam in den vergangenen Jahren nicht voran.

Spaniens Volkswirtschaft hat die Drehzahl des Konjunkturmotors mit +0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal sogar nochmals anheben können. Details zu den Nachfragekomponenten des Bruttoinlandsproduktes stehen zum Zeitpunkt der Schnellschätzung zwar noch aus. Einem Bericht der spanischen Notenbank zufolge hat aber die Inlandsnachfrage maßgeblich zu dem starken Quartalsergebnis beigetragen. Doch auch vom Außenhandel gibt es positive Signale. So dürfte der anhaltende Tourismusboom nach wie vor die Nettoexportbilanz positiv beflügelt haben. Besonders die Reisen rund um die Osterfeiertage sollten den Andrang auf die iberische Halbinsel zusätzlich verstärkt haben.

In Österreich konnte das Quartalswachstum mit starken +0,9 Prozent weiter erhöht werden. Nähere Informationen zu den Teilindikatoren im zweiten Quartal fehlen auch in der österreichischen Statistik. Anhaltend profitiert haben dürfte die gute konjunkturelle Entwicklung unter anderem durch eine dynamische Außenhandelsentwicklung, die verbesserte Beschäftigungslage sowie die entlastende Einkommensteuerreform vom letzten Jahr. Letztere hat zwar die Neuverschuldungsquote der öffentlichen Haushalte wieder etwas verschlechtert. Dies könnte aber durch die perspektivisch guten wirtschaftlichen Wachstumszahlen für das laufende Jahr zum Teil kompensiert werden.

Weitere Länderdaten zum Wirtschaftswachstum im zweiten Vierteljahr werden in den kommenden Wochen folgen. Die Daten für den Euro-Raum insgesamt stehen am 1. August auf der Agenda. Am 15. August folgt die Erstschätzung für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland.

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