US-Wirtschaft hat Dynamik in Q2 verdoppelt, erfreuliches Plus bei Ausrüstungsinvestitionen

Wenig überraschend hat die US-Wirtschaft im zweiten Quartal ihr Wachstumstempo verdoppelt, dies zeigen die jüngsten Daten der nationalen Statistikbehörde. Nach einem schwachen Jahresbeginn, der allerdings die Folge von zahlreichen Sondereffekten war, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hoch gerechnet um 2,6 Prozent. Das Wachstum stand insgesamt auf einer recht breiten Basis, auch wenn einmal mehr der private Konsum für den stärksten Schub sorgte. Auch für die wirtschaftliche Beschleunigung war nahezu im Alleingang die Konsumfreude der US-Bürger verantwortlich. Nur eine deutliche Steigerung der Verteidigungsausgaben trug noch ein Quäntchen zur Erhöhung des Wachstumstempos bei. Ansonsten springt einem die sehr positive Entwicklung der privaten Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen ins Auge. Insgesamt bestätigen die jüngsten BIP-Daten unsere Einschätzung, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem stabilen Wachstumspfad befindet. Das hohe Niveau der wichtigsten Stimmungsindikatoren weist auch für die zweite Jahreshälfte auf robustes Wachstum hin.

Ein genauerer Blick auf die Ausrüstungsinvestitionen zeigt, dass diese das zweite Quartal in Folge ihre Dynamik verdoppelten und dadurch immerhin um etwas mehr als acht Prozent gegenüber dem Vorquartal wuchsen. Die Investitionen in gewerbliche Bauten zeigten ebenfalls eine positive Entwicklung. Der Rückgang beim Wohnungsbau fiel hingegen noch deutlicher aus, als es die bisher vorliegenden Daten für die Baubeginne erwarten ließen. Berücksichtigt werden muss hierbei jedoch das deutliche Wachstum in den beiden Vorquartalen, im ersten Quartal lag der Zuwachs sogar bei rund elf Prozent. Auch das historische Stimmungshoch der am Wohnungsbau tätigen Unternehmen, wie es der NAHB-Index zeigt, spricht gegen einen Abbruch des grundsätzlichen Aufwärtstrends.

Auch in diesem Jahr wurden turnusgemäß mit der ersten Schätzung für das zweite Quartal aktualisierte BIP-Daten für die vorangegangenen drei Jahre veröffentlicht. Für die Jahre 2014 und 2015 wurde das Wirtschaftswachstum jeweils leicht nach oben revidiert. Für 2015 wird dadurch jetzt immerhin ein stattliches Wachstum von 2,9 Prozent ausgewiesen. Etwas enttäuschend ist hingegen die leichte Abwärtsrevision des letzten Jahres: Für 2016 steht nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent zu Buche. Dies ist allerdings einem sehr schwachen Jahresauftakt geschuldet, während der weitere Jahresverlauf jetzt ein stetigeres Wachstumstempo in der Bandbreite von zwei bis drei Prozent zeigt. In diesem Bereich liegen auch unsere Erwartungen für das laufende und die kommenden Quartale. Von daher spricht nichts dagegen, dass die amerikanische Notenbank ihren sehr moderaten Straffungskurs bei der Geldpolitik weiter fortsetzt.

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