US-Arbeitsmarkt weiterhin eine Stütze der Konjunktur

Auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte ist in der größten Demokratie der Welt der Jobmotor mit einer erfreulich hohen Drehzahl gelaufen, dies zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht. Allein in der privaten Wirtschaft stieg im Juli die Zahl der Beschäftigten um 205.000 Personen, im öffentlichen Sektor wurde noch ein geringfügiges Plus von 4.000 Arbeitsplätzen hinzugefügt. Die Arbeitslosenquote fiel dadurch von 4,4 auf 4,3 Prozent. Auch wenn in den vergangenen sechs Jahren die Erfolgsgeschichte des US-Arbeitsmarktes schon sehr an ein „perpetuum mobile“ erinnert hat, so ist bei einer genaueren Betrachtung bereits seit dem Jahr 2015 eine stetige Verlangsamung bei der Beschäftigungsdynamik zu erkennen. Einen Grund zum Schwarzmalen können wir jedoch kaum ausmachen, da die Umfragen in der Wirtschaft weiterhin auf einen robusten Beschäftigungsaufbau hinweisen. Aber auch der jüngste Arbeitsmarktbericht bestätigt, dass der wesentliche Treibstoff für den Jobmotor vom Dienstleistungssektor geliefert wird. Das Beschäftigungsplus im güterproduzierenden Bereich, auch wenn es in den letzten Monaten durchgängig im positiven Bereich gelegen hat, würde hingegen bestenfalls für eine Erholung im Schneckentempo reichen.

Die Lohndynamik bleibt trotz dieser insgesamt sehr positiven Entwicklung immer noch hinter der Dynamik der Vorkrisenjahre zurück. Auch der jüngste Report zeigt für die Stundenlöhne nur eine Steigerung um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist der Tiefe der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise geschuldet, immer noch bremsen hier die Rückkehrer aus der „Stillen Reserve“. Dies belegen folgende Zahlen: Seit dem Jahr 2007 ist die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in den USA um 5,0 Prozent gestiegen, beim Arbeitskräfteangebot liegt der Zuwachs aber nur bei 4,6 Prozent. Dabei bildet das Arbeitskräfteangebot den Personenkreis ab, der auf dem Arbeitsmarkt aktiv ist, also entweder als arbeitslos oder als beschäftigt in der Statistik erfasst wird.

Bei der Konsumentenstimmung hinterlässt die verhaltene Lohndynamik aber keine sichtbaren Spuren. Im Gegenteil – das Verbrauchervertrauen des Conference Board Instituts zeigt eine prächtige Stimmung. Im Juli stieg das Konsumklima des Conference Board Instituts auf 121,1 Punkte und erreichte damit ein Vier-Monats-Hoch. Seit dem Jahreswechsel notiert dieser Indikator höher als in den Jahren 2006 und 2007!

Insgesamt entwickelt sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin sehr erfreulich. Der private Konsum, die tragende Säule der US Wirtschaft, wird durch die steigende Beschäftigung und moderater Lohndynamik weiterhin unterstützt. Jedoch gibt es bislang keine Anzeichen, dass durch die moderat steigenden Löhne sich die Inflation beschleunigt.

07.08.2017

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