Nordkorea-Konflikt bringt Unruhe an die Aktienmärkte

Die Eskalationsspirale im Nordkorea-Konflikt dreht sich immer weiter. Jüngst hat US-Präsident Trump mit einem militärischen Konflikt gedroht, falls Nordkorea nicht einlenkt. Eine entsprechende verbale Antwort aus Nordkorea hat nicht lange auf sich warten lassen. Gleichzeitig startet China ein großes Manöver vor der Küste von Nordkorea. Dies alles kommt nach einer geschlossenen Reaktion der UN auf die Aktionen von Nordkorea, die Hoffnung gaben, dass die Staatengemeinschaft nun mit einer einheitlichen Linie gegen das kleine Land agieren würde. Eine weitere Eskalation des Konfliktes ließe sich vermutlich nur schwer eindämmen und dürfte weitreichende Konsequenzen haben. Insbesondere – aber nicht nur – der asiatische Raum dürfte hiervon betroffen sein.

Die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte haben auf die jüngsten politischen Entwicklungen reagiert. So kam es heute erstmals seit längerer Zeit wieder zu nennenswerten Kursrückgängen an den Weltbörsen. Bis dato war das Anlagejahr 2017 ausgesprochen ruhig verlaufen. Dies spiegelte sich sowohl an der anhaltend niedrigen Volatilität der Aktienkurse als auch an der Höhe der maximal erlittenen Kursverluste auf Tagesbasis (englisch „draw-downs“) wider. Selbst nach den aktuellen Kursverlusten hat der DAX gegenüber seinem Jahreshoch nur um sechs Prozent korrigiert. Dies ist immer noch ein vergleichsweise geringer Wert, zieht man in Betracht, dass der deutsche Leitindex seit 1975 unterjährig vom lokalen Hoch zum nächsten Tief im Durchschnitt um 18% korrigierte.

Die Zeit für Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt ist sicherlich günstig. Die Berichtssaison in den USA hat ein sehr gutes Ende gefunden, die noch anstehenden Berichte in Europa dürften keine wesentlich neuen Erkenntnisse mehr bringen. Nach der starken Kursentwicklung erscheinen mit Ausnahme des Euro Stoxx 50 fast alle Aktienmärkte in den Industriestaaten auf aktuellem Niveau zu teuer. Zudem ging in den USA ein Großteil der Rallye auf wenige Sektoren zurück (speziell Technologie- und Finanzwerte), die nun auch anfälliger für Korrekturen sein dürften.

Wir hatten bereits vor einigen Wochen die Aktienquote in unserem DZ BANK Portfolio gesenkt und zu einer vorsichtigeren Herangehensweise geraten. Mittelfristig bleiben Aktien dank der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung und dem Mangel an Anlagealternativen aussichtsreich. Zunächst bleiben die Aktienmärkte aber aus unserer Sicht anfällig für Schwankungen, wie jüngst die neuen verbalen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Nordkorea bestätigt haben. In der ansonsten nach dem Ende der Berichtssaison nachrichtenarmen Zeit ist kaum damit zu rechnen, dass Anleger am Aktienmarkt einen Ausreißer nach oben verpassen. Ein Abbau der Aktienquote wäre also durchaus angebracht. Vor der Bundestagswahl drängen sich auf aktuellem Kursniveau derzeit keine neuen Engagements auf.

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