Deutsches Wirtschaftswachstum: Inlandsnachfrage sorgt für kräftigen Wachstumsschub

Gemäß der heutigen Schnellschätzung konnte die deutsche Volkswirtschaft  im zweiten Quartal ihre Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigern. Das ist erneut kräftig, aber etwas weniger als zum Jahresbeginn. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde das Wachstum im ersten Quartal leicht auf +0,7 Prozent nach oben korrigiert. Die inländische Nachfrage war dabei erneut der Wachstumsmotor.

Ausführliche Details wurden noch nicht veröffentlicht, aber es gab einige Hinweise zu den maßgeblichen Wachstumstreibern im zweiten Quartal. Demnach kamen die Wachstumsimpulse ausschließlich aus dem Inland: Private und öffentliche Konsumausgaben legten zu und es wurde mehr in Ausrüstungen und Bauten investiert. Die Außenwirtschaft bremste dagegen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, da das Plus der Importe größer ausfiel als der Zuwachs der Exporte.

Dass die Inlandsnachfrage erneut kräftig ausfiel, verwundert nicht, denn die Zahl der Beschäftigten ist binnen Jahresfrist um 664.000 Personen oder um +1,5 Prozent gestiegen. Die positive Arbeitsmarktentwicklung stellt eine wichtige Basis dar und dürfte in den ausstehenden Quartalen für eine weiterhin positive Konsumneigung der deutschen Verbraucher sorgen. Auch die positiven Investitionen überraschen eigentlich nicht. Das ifo-Geschäftsklima, ein wichtiger Pulsmesser der deutschen Volkswirtschaft, kletterte in den vergangenen Monaten von einem Hoch zum nächsten.

Die heutigen, vorläufigen Ergebnisse untermauern die starke Verfassung der deutschen Volkswirtschaft. Das Wachstum ist ähnlich hoch aus wie das des gesamten Euro-Raums, welches in einer ersten Berechnung schon Anfang des Monats auf +0,6 Prozent beziffert wurde. Spitzenreiter bei den Wachstumsraten ist Deutschland nicht. Aber es dürfte weiter genügend Zugkraft besitzen, um andere Euro-Partner mitzuziehen. Das zeigt nicht zuletzt das kräftige Importwachstum. Sollte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen, dann könnte damit auch die hitzige Diskussion um die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse etwas an Sprengkraft verlieren.

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