Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie ist der wirtschaftliche Taktgeber

Gemäß der vorläufigen Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raums, bleibt der konjunkturelle Schwung im August hoch. Gerade im Maschinenraum der europäischen Industrie brummt es weiterhin kräftig, denn das Stimmungsbarometer für die Industrie legte gegenüber dem Vormonat nach einer kleinen Delle im Juli wieder zu und erreicht erneut das Langzeithoch vom Juni. Bei den Dienstleistern ging es dagegen etwas abwärts, dennoch signalisiert der Index noch immer ein solides Geschäftswachstum.

Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum verbessert sich leicht im August gemäß den vorläufigen Zahlen von 55,7 auf 55,8 Indexpunkte. Insgesamt erweisen sich die beiden größten Volkswirtschaften des Euro-Raums, Deutschland und zunehmend auch Frankreich, immer mehr als die konjunkturellen Zugpferde. Denn nach Angaben des Marktforschungsinstituts Markit fielen die Verbesserungen der Einkaufsmanagerindizes in den beiden Ländern etwas stärker aus als im Rest des Währungsgebietes. Und maßgeblich stützt die Industrie immer mehr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

In Deutschland ging es kräftig nach oben. Die beiden Stimmungsbarometer für die Industrie und Dienstleister legten wieder zu. Der Composite-Index verbesserte sich daher von 54,7 im Vormonat auf 55,7 Indexpunkte. Insgesamt fällt die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage damit weiterhin sehr gut aus. Auffällig ist die deutliche Diskrepanz zwischen Industrie und Dienstleistungsbereich. Das Barometer für die Industrie notiert im August bei 59,4 Zählern, der Index der Dienstleister liegt sechs Indexpunkte darunter. Zusammengefasst dürfte gemäß der heutigen Umfrage die konjunkturelle Dynamik in Deutschland hoch bleiben. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass sich das bislang kräftige Wirtschaftswachstum aus der ersten Jahreshälfte  ungebrochen fortsetzen könnte. Politische Risiken (Trump oder Nordkorea) oder wirtschaftlicher Gegenwind (starker Euro) spielen zurzeit scheinbar eine untergeordnete Rolle.

Auch in Frankreich zeigt sich die Privatwirtschaft auf Basis der Befragungsergebnisse in einer robusten Verfassung. Der umfassende Composite-Index notiert im August unverändert gegenüber dem Vormonat bei 55,6 Zählern. Das hohe Niveau lässt weiterhin auf eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums hoffen. Während in Frankreich das Stimmungsbarometer in der Industrie im Monatsvergleich abermals kräftig  zulegte und die höchste Notierung seit 76 Monaten erreichte, büßte der Index für den Dienstleistungsbereich etwas ein. Der lange Zeit schwächelnde französische Industriesektor gewinnt gemäß der Umfrage immer mehr an Stärke und scheint allmählich wichtiges Standbein der französischen Konjunkturerholung zu werden. Dahinter steht eine sehr günstige Bewertung der Auftragslage, die die Produktion weiter befeuert. Auch die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen bleiben optimistisch, auch wenn schwächer als im Vormonat.

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