DAX: Warten auf den nächsten Trendimpuls

Gestern folgten in der ersten halben Handelsstunde nochmals Anschlussgewinne auf die weiße Kerze des Vortages, und der DAX versuchte, aus dem seit Juni abwärts gerichteten Trendkanal nach oben auszubrechen. Es blieb jedoch lediglich bei einem Versuch, denn alsbald ging dem Index die Luft aus. Die vorherigen Zugewinne bröckelten ab. Somit entfernte sich das deutsche Aktienmarktbarometer wieder von seinem wichtigen Widerstandsbereich um 12.320 Punkte, auf der anderen Seite war aber auch kein deutlicher Verkaufsdruck zu verspüren.
Seit Beginn des laufenden Monats zeigt sich der mittelfristige Abwärtstrend vom 20. Juni mit deutlich verminderter Kraft. Seither ist mehr oder weniger eine seitwärts gerichtete Handelsspanne im DAX auszumachen – der Index ist charttechnisch „eingeklemmt“ zwischen der 200 Tage-Linie auf der Unterseite (akt. 11.980 Pkt.) und seinen letzten Reaktionshochs im Bereich um 12.320 Punkte. Letztgenannte Marke repräsentiert zugleich das wichtige 38,2%-Fibonacci-Retracement des mittelfristigen Abwärtstrends. Diese im kurzfristigen Kontext zu beobachtende „Pattsituation“ zwischen Bullen und Bären sucht nach Auflösung. Zumindest das Investorensentiment im DAX steht einer „bullishen“ Variante nicht entgegen – scheint doch die Mehrheit der Investoren aktuell eher negativ gestimmt. Allerdings ist dies bereits seit drei Wochen der Fall, ohne dass der DAX diese damit verbundene Chance bisher nutzen und die 12.320 Punkte-Marke überwinden konnte.
Aufgrund dieser Problematik ist anzunehmen, dass aktuell die Wall Street „den Takt vorgibt“ – und die dortigen ersten signifikanteren Kursrückgänge nach einer längeren Anstiegsphase haben den DAX-Befreiungsschlag (Anstieg über 12.320 Pkt.) verhindert. Der US-Markt plagt sich mit drei Problemen herum: a) die Marktbreite passt nicht mehr b) es fehlt die Angst und c) zu allem Überfluss zeigen die Zyklen auch noch wochenlang nach unten. Unter dieser Prämisse bedarf es schon einer großen Anstrengung durch die Bullen, diese dunklen Wolken am Börsenhimmel „einfach so“ beiseite zu schieben. Ein potenzieller charttechnischer Befreiungsschlag im DAX (s.o.) dürfte daher nicht gelingen.

1. Widerstand 12.320 / 2. Widerstand 12.675
1. Unterstützung 11.940 / 2. Unterstützung 11.430

 

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