Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für Anstieg auf 1,5 Prozent

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im August wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,3 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf aber bezweifelt werden.

Der zugrunde liegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Gemäß ersten Schätzungen für den Februar lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Spanien bei +2,0 Prozent, in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Italien bei +1,4 Prozent und in Frankreich bei +1,0 Prozent. Das Inflationsniveau bleibt weiterhin sehr heterogen.

Den größten Anteil an dem Anstieg im August hatte die Erholung des Ölpreises im Jahresvergleich, der die Verbraucherpreise angetrieben hat. Der Ölpreis verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um gut 11 Prozent. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher stiegen im gleichen Zeitraum um 4,0 Prozent. Bei den anderen Komponenten des Warenkorbs war der Preisauftrieb weiterhin moderat. Dies zeigt auch die Kernrate, die mit +1,2 Prozent unverändert blieb.

Die Volatilität bei der Verbraucherpreisentwicklung in den vergangenen Monaten und Jahren wurde zu großen Teilen durch den externen Effekt der Energiepreise hervorgerufen. Die mehrheitlich durch binnenwirtschaftliche Effekte beeinflusste Preisentwicklung bei den sonstigen Gütern und Dienstleistungen zeigt bis auf wenige saisonale Einflüsse seit Monaten eine allenfalls leicht steigende Seitwärtsbewegung, aber mehr auch nicht. Ablesbar ist das an der Kernrate. Für die EZB bleibt zu hoffen, dass der zunehmend gefestigte Konjunkturaufschwung die Verbrauchernachfrage stärker beflügelt und sich allmählich auch in den Preisen der anderen Güter zeigt. Bislang ist davon aber noch nicht viel zu sehen.

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