USA: Industrie sorgt für solides Beschäftigungsplus, Stimmung unbeeindruckt von politischen Risiken

Nach dem jüngsten offiziellen Arbeitsmarktbericht ist im August die Zahl der Beschäftigten um 156.000 Personen gestiegen. Damit bleibt die Beschäftigungsdynamik zwar hinter den beiden recht kräftigen Vormonaten zurück. Nach unserer Einschätzung ist dies trotz der Saisonbereinigung, die bei diesen Daten durchgeführt wird, aber für einen August keine allzu große Enttäuschung. Sehr oft liefert dieser Ferienmonat eher schwache Arbeitsmarktzahlen, so zeigt auch dieser August-Bericht einen ungewöhnlich niedrigen Stellenaufbau im Bereich „Erziehung und Gesundheit“. Wichtiger sind die sehr positiven Nachrichten, die der jüngste Bericht zum industriellen Sektor enthält. So sind zuletzt immerhin 70.000 neue Stellen, also fast die Hälfte des gesamten Zuwachses, im produzierenden Bereich entstanden. Und als wäre das noch nicht genug, so zeigt sich jetzt auch für die beiden vorangegangenen Monate eine bessere Entwicklung, da die Daten hoch revidiert wurden. Damit passen die jetzigen Arbeitsmarktzahlen wesentlich besser zu der guten Stimmung, die seit Jahresbeginn die Managerbefragungen für die Industriebetriebe abbilden.

Insgesamt zeigt der jüngste Bericht, dass der Schwung am US-Arbeitsmarkt auf recht soliden Beinen steht. Auch den leichten Anstieg, der für die Arbeitslosenquote gemeldet wird, werten wir nicht als Warnsignal. Mit einem Wert von nur 4,4 Prozent befindet sich die Quote weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. Wegen dem ausgesprochen guten Stimmungsbild, dass laut den Befragungen bei den Verbrauchern, im Dienstleistungssektor und in der Industrie herrscht, rechnen wir auch in den kommenden Monaten mit einer robusten Beschäftigungsdynamik. Der jüngste Anstieg des ISM-Industrieklimas auf den höchsten Wert seit April 2011 spricht dafür, dass der US-Jobmotor im weiteren Jahresverlauf nicht allein vom Servicebereich angetrieben wird.

Ein drohendes Risiko von politischer Seite ist schon in naher Zukunft allerdings die Anhebung der Schuldenobergrenze. Nach den vorliegenden Umfragewerten aus der Wirtschaft und von den Konsumenten wird anscheinend der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit des Staates keine hohe Wahrscheinlichkeit beigemessen. Dabei steht durch die Auszahlung von Hilfsgeldern in die vom Tropensturm Harvey geschädigten Regionen womöglich für die Aushandlung eines parlamentarischen Kompromisses noch weniger Zeit zur Verfügung als zunächst angenommen. Gerade vor dem Hintergrund der Tragödien in den Unwetterregionen halten wir es aber für recht unwahrscheinlich, dass sich eine der Parteien als Blockierer hervortun wird. Unter Umständen wird es sogar nicht erst in letzter Minute zu einem Kompromiss kommen. Durchaus denkbar ist auch eine Überbrückungslösung für die nächsten Monate.

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