Aktienmärkte in Europa und Japan „plötzlich“ günstig!

Der Trump-Optimismus verblasst, der konjunkturelle Ausblick für Europa verbessert sich, die Bedeutung des „Störfaktors“ Politik (insbesondere des Populismus) hat an Bedeutung verloren. Gleichzeitig konsolidieren die Aktienmärkte, Euro Stoxx 50 und DAX notieren knapp sieben Prozent unter den Jahreshoch. Diese Konsolidierung fiel sowohl im historischen Vergleich als auch in Anbetracht einer möglichen nuklearen Auseinandersetzung im Nordkorea-Konflikt außergewöhnlich gering aus. Gleichzeitig steigen die Unternehmensgewinne weltweit deutlich an, so dass der Blick auf die für 2018 erwarteten KGVs für Euro Stoxx 50 und DAX eine attraktive Bewertung anzeigt. Mit einem KGV von 12,4 rentiert beispielsweise der DAX wieder mit einer Gewinnrendite (Kehrwert vom KGV) von acht Prozent. Im Vergleich zu Anleihenmarkt ist dies ein außergewöhnlich hoher Renditeaufschlag, der schon bald viele Anleger wieder in europäische Aktienanlagen zurückbringen könnte. Bereits im Juli erfolgten deutlich Mittelzuflüsse in europäische Fondsprodukte, speziell ETFs. Mit Blick auf die kommenden Monate erwarten wir eine Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten. Jedoch steht mit der Bundestagswahl zunächst noch ein Ereignis bevor, welches viele internationale Investoren abwarten dürften. Sollte sich danach auch die Nordkorea-Krise beruhigt haben, könnte es zu einem Kurssprung an den Aktienmärkten kommen.

Auch in Japan ist die Bewertung des Aktienmarktes günstig und die Gewinne steigen. Der Yen ist stabil und die Bank of Japan sorgt für eine lockere Geldpolitik. Die japanische Regierung unter Premier Abe ist aktuell recht stabil. Dies sollte sich positiv auf die Wirtschaft auswirken. Obwohl Japan, ähnlich wie Deutschland, kein Unternehmen stellen kann, welches auch nur ansatzweise an die Marktkapitalisierung amerikanischer und chinesischer Internetfirmen heranreicht, haben viele japanische Unternehmen kleinere Nischensegmente (auch im Technologiebereich) besetzt und erzielen dort gute Gewinnmargen. Wir halten den japanischen Aktienmarkt daher ebenfalls für attraktiv.

Die Party crashen könnte aus Sicht vieler Betrachter die hohe Bewertung des US-Aktienmarktes. Value-Kennzahlen wie das Shiller-KGV zeigen schon seit Jahren eine Überbewertung des US-Marktes an. Zwischenzeitlich ziehen auch andere, vorausschauende Bewertungsparameter (z.B. das KGV) immer höhere Bahnen. Weil aber das Tempo der erwarteten Gewinnsteigerungen für 2017/18 ähnlich hoch ist wie in Deutschland, spricht kaum etwas gegen weiter steigende US-Aktienkurse. Alle anderen Faktoren, die das Umfeld für US-Aktien positiv stimulieren (niedrige Zinsen, Rekordgewinne, Aktienrückkaufprogramme und die anhaltende Euphorie rund um die „FANG“-Firmen) müssten dabei aber unverändert bestehen bleiben – wovon wir zunächst ausgehen.

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