DAX: Dynamischer Ausbruch aus mittelfristigem Abwärtstrendkanal

Nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch vom Dienstag und den durch den schwachen US-Handel induzierten ungünstigen Vorgaben stand zur gestrigen Eröffnung im DAX zunächst erneut die 200 Tage-Linie (akt. 12.055 Pkt.) auf dem Prüfstand. Auch diesmal konnte der Index diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt – d.h. wie bereits am Montag – zum Handelsstart behaupten. Im weiteren Verlauf unternahm dieser dann erneut einen Versuch, aus dem Juni-Abwärtstrendkanal nach oben auszubrechen. Dieses Mal gab der Markt seine im Intraday-Bereich aufgelaufenen Zugewinne kaum ab, so dass im Unterschied zum Vortag eine dynamische weiße Kerze zu Buche stand. Auch die Handelsvolumina zogen an.

Mit dem gestrigen Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrendkanal, der seit dem 20. Juni das Chartbild im DAX dominiert hatte, konnte der Index ein Positivsignal etablieren. Nun sollte dieser den als stark einzustufenden charttechnischen Widerstandsbereich um 12.320 Punkte rasch anvisieren. Mit diversen von Ende Juli bis Mitte August markierten Reaktionshochs sowie dem 38,2%-Fibonacci-Retracement des gesamten mittelfristigen Abwärtstrends (12.280 Pkt.) wartet dort eine wegweisende Zone auf den DAX. Ein nachhaltiges Überwinden dieses Bereichs wäre aus charttechnischer Sicht als weiterer kurzfristiger „Befreiungsschlag“ zu interpretieren, da mit einem Durchbrechen der Serie absteigender Bewegungstiefs und Reaktionshochs der Juni-Abwärtstrend ad acta gelegt werden könnte.

Man sollte jedoch insgesamt nicht außer Acht lassen, dass sich die internationalen Aktienmärkte noch bis Anfang November in einem ziemlich ungünstigen zyklischen Fahrwasser befinden. Die Phase mit dem höchsten Abwärtsrisiko beginnt – interessanterweise sowohl auf Basis des „US-Präsidentschaftszyklus“ als auch des „Dekadenzyklus“ – Ende September/Anfang Oktober. Eine Abkopplung der Märkte vom vorgegebenen zyklischen Pfad um 180 Grad halten wir nicht für wahrscheinlich. Daher bergen die charttechnischen Positivsignale der letzten Handelstage, d.h. der mehrfach erfolgreiche Test der 200 Tage-Linie sowie der Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrendkanal im DAX, u.E. kaum Fantasie auf einen „Re-Test“ des Allzeithochs (12.950 Pkt.). Das konservativer kalkulierte Reaktionshoch vom 13. Juli (12.675 Pkt.) stellt für eine potenzielle tertiäre Rally ein geeigneteres Kursziel dar.

1. Widerstand 12.320 / 2. Widerstand 12.675

1. Unterstützung 12.055 / 2. Unterstützung 11.940

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