Euro – bremst die Wirtschaft kaum, schafft aber Spielräume für die EZB

Die Aufwertung des Euros hat die Diskussion über die potentiellen negativen Konsequenzen für die Konjunktur im Euro-Raum zuletzt befeuert. Doch wie kritisch ist die Aufwertung der vergangenen Monate wirklich? Unbestritten ist, dass sich die europäische Gemeinschaftswährung seit dem Frühjahr von ihrer starken Seite präsentiert. Gegenüber dem US-Dollar legte der Euro seit Jahresanfang rund 12 Prozent zu, was zunächst durchaus Anlass zu berechtigter Sorge zu geben scheint. Im breiteren Spektrum der handelsgewichteten Betrachtung fällt die Aufwertung allerdings deutlich niedriger aus, was den potentiellen Schaden für die Wirtschaft relativiert. Hinzu kommt, dass es gute Gründe für den stärkeren Euro gibt, die nicht zuletzt die Verbesserung des fundamentalen Umfelds. Dieses hat sich in den vergangenen Monaten merklich aufgehellt. Wurde zu Jahresbeginn für 2017 marktseitig noch ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent erwartet, so liegt unsere Prognose zurzeit immerhin bei 2,0 Prozent. Bislang zeigt sich die EWU-Konjunktur von der jüngeren Euro-Stärke also weitestgehend unbeeinflusst. Solange die Aufwertung nicht mit der jüngsten Dynamik sich fortsetzt – womit ich nicht rechne – sollte der festere Euro die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum kaum bremsen.

 

Für die EZB ist das aktuelle Niveau des Euro sicherlich kein Grund zur Besorgnis. Allenfalls die Geschwindigkeit der Aufwertung könnte einen etwas besorgten Kommentar rechtfertigen. Insgesamt strafft der festere Euro das monetäre Umfeld im Euroraum. Dies wiederum erlaubt es der EZB die mögliche Beendigung der aktuellen expansiven Politik noch gelassener anzugehen.

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