China anscheinend vor Handelsverbot an Bitcoin-Börsen

China sorgt derzeit für reichlich Unruhe in der Bitcoin-Community. Am Freitag berichtete das Wirtschaftsmagazin Caixin, dass die chinesische Zentralbank PBoC ein Handelsverbot von Digitalwährungen an den sogenannten Bitcoin-Börsen plant. Offiziell bestätigt ist dies bislang jedoch nicht. Dieser Schritt käme recht überraschend, hatte man doch in der Vergangenheit zwar mit deutlich strengerer Regulierung gerechnet, nicht jedoch mit einem kompletten Handelsverbot an den Börsen.

Einige Stimmen vermuten nun einen Zusammenhang mit dem näher rückenden Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas, die ihren Bürgern gerne Finanzmarktstabilität präsentieren möchte. Auch wenn gemessen an der chinesischen Bevölkerung nur sehr wenige Bürger in Bitcoins investiert sind, sind die starken Kursschwankungen von Digitalwährungen der Regierung ein Dorn im Auge. Den jüngsten Spekulationen war schon das Verbot des sogenannten Initial Coin Offering in der vergangenen Woche vorausgegangen. Beim Initial Coin Offering (ICO) handelt es sich um eine Art der Unternehmensfinanzierung über die Schaffung neuer Kryptowährungen (nähere Informationen zum ICO in folgendem Artikel aus unserem Innovationsblog https://innovationsblog.dzbank.de/2017/08/02/schneller-effizienter-und-ohne-banken-icos-als-dezentrale-unternehmensfinanzierung/).

Eine nachhaltige Kurskorrektur ist jedoch bislang nicht zu beobachten. Die chinesischen Bitcoin-Börsen haben schon seit Beginn des Jahres nicht mehr die Bedeutung, die sie einmal hatten. Noch im zweiten Halbjahr 2016 wurde über 90% des Handels an Bitcoin-Börsen in China abgewickelt. Im Februar wurde dann der Handel an den großen chinesischen Bitcoin-Börsen zwischenzeitlich eingefroren und deutlich strengere Know-Your-Customer Anforderungen implementiert. Der Anteil der chinesischen Börsen war daraufhin auf zuletzt noch rund 20% gefallen. Bereits diese Entwicklung hat dem Bitcoin-Kurs nicht wirklich geschadet. Ein Handelsverbot an chinesischen Bitcoin-Börsen scheint also durchaus verkraftbar, zumal ja die Pläne kein generelles Verbot von Bitcoins implizieren. Der außerbörsliche Handel wäre auch weiterhin erlaubt. Vielmehr hätte diese Entscheidung eine symbolische Strahlkraft – denn während die meisten Länder der Welt den Handel von Kryptowährungen liberalisieren, würde nun ein bedeutendes Land einen restriktiven Kurs einschlagen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 5.00

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *