E-Mobilität löst Kupferphantasie aus

Am Samstag öffnete die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt ihre Tore für die breite Öffentlichkeit. Der in Deutschland durch Dieselskandal und Spekulationen über unlautere Absprachen gebeutelte Automobilsektor, setzt auf der IAA besonders auf Elektromobilität. Ohne Zweifel wird die deutsche Automobilindustrie in den nächsten Jahren mit neuen Modellen eine E-Offensive starten.

Der ausgeprägte Zukunftstrend zur E-Mobilität treibt die Nachfrage nach den Industriemetallen in den nächsten Dekaden deutlich an. Neben den Metallen, wie Lithium, Cobalt und Nickel, die für die Herstellung von Akkumulatoren verwendet werden, sollte insbesondere Kupfer langfristig profitieren. In einem Elektrofahrzeug beispielsweise sind je nach Reichweite bis zu 140 Kilogramm Kupfer verbaut. In einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sind hingegen lediglich durchschnittlich 23 Kilogramm verbaut. Aber auch bei dem Ausbau der noch als limitierender Faktor gesehenen Lade-Infrastruktur wird Kupfer benötigt. Für jede Ladestation werden etwa 25 Kilogramm Kupfer benötigt. Damit liegt die These nahe, dass sich Kupfer langfristig vom Infrastruktur- zum Zukunftsmetall wandelt.

Global wird der Anteil der Elektrofahrzeuge langfristig steigen. Durch Deutschland sollen nach Schätzungen der Bundesregierung in 2030 6 Millionen Elektrofahrzeuge rollen.

In den letzten Wochen wurde Kupfer von vielen Investoren als Anlage-Proxy für die E-Mobilisierung herangezogen. Der Preis stieg in der Spitze auf beinahe 7.000 USD je Tonne. Mittlerweile hat sich diese Übertreibung wieder etwas gelegt.

Obwohl wir Kupfer langfristig als Zukunftsmetall sehen, sind die Nachfrageeffekte der Elektrofizierung der Fahrzeugflotte in 2017/2018 noch nicht nennenswert und wirken daher nicht auf die Marktbalance. Wir halten die Kupferstimmung aktuell für besser als die Lage. Das von uns seit geraumer Zeit erwartete Defizit am Kupfermarkt hat sich zuletzt nicht ausgeweitet. Auch die sich Anfang 2017 gehäuften Angebotsausfälle in Chile, Peru und Indonesien werden sich unseres Erachtens 2018 nicht im selben Umfang wiederholen. Der Preis des roten Metalls sollte sich unseres Erachtens in den nächsten 12 Monaten bei 6.400 USD je Tonne einpendeln.

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