Niedrigerer Inflationsausblick für die USA und den Euro-Raum, trotz kräftiger Konjunktur

Der seit Jahresbeginn gestiegene Wechselkurs des Euro zum US-Dollar hat für reichlich Diskussion gesorgt. Für die aktuell kräftige konjunkturelle Entwicklung in der EWU sehen wir darin bislang keine große Gefahr.

Für die Teuerungsrate der Verbraucherpreise dürfte das höhere Wechselkursniveau jedoch Folgen haben. Der stärkere Euro dürfte bei den Konsumgütern, die aus Ländern von außerhalb des Euro-Raums eingeführt werden, zu geringeren Preissteigerungen führen als wir es bislang in unserer Prognose unterstellt haben. Zudem verbilligen sich in Euro gerechnet die Rohölimporte und damit der Verbrauch von Benzin und Heizöl. Kompensierende Effekte, wie etwa eine durch höhere Löhne angefeuerte Verbrauchernachfrage, erwarten wir dagegen kaum, trotz der aktuell kräftigen konjunkturellen Erholung.

Wir haben daher die EWU-Inflationsprognose, gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), für das kommende Jahr angepasst. Für den Durschnitt des Euro-Raums gehen wir jetzt von einer Inflationsrate von 1,3 Prozent für das Jahr 2018 aus. Unsere bisherige Prognose lag bei 1,5 Prozent. Für 2017 bleiben wir unverändert bei einem Anstieg der Verbraucherpreise von +1,6 Prozent.

Auch in den USA ist der Inflationsdruck trotz der unverändert robusten konjunkturellen Dynamik und der sehr niedrigen Arbeitslosigkeit weiterhin nur sehr verhalten. Von März bis Juni 2017 lag die Veränderungsrate der Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt bei null Prozent oder anders gesagt, in dieser Zeit stagnierten die Verbraucherpreise. Bremsende Effekte kamen von der Energieseite, aber auch die übrigen Güterpreise dämpften noch stärker als in den vorangegangenen Monaten. Die Dienstleistungspreise setzten zwar ihren Aufwärtstrend fort, aber auch hier verlangsamte sich der Preisauftrieb.

Auch unsere US-Inflationsprognose haben wir daher gesenkt: Für dieses Jahr rechnen wir jetzt mit einer Inflationsrate in Höhe von 2,1 Prozent (zuvor 2,2 Prozent) und für das kommende Jahr mit einer Rate von 2,2 Prozent (zuvor 2,4 Prozent).

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