Inflationsrate im Euroraum ohne Bewegung – EZB Ziel bleibt unerreicht

 

 

 

Im September blieb die Inflationsrate im Euro-Raum nach vorläufigen Berechnungen mit +1,5 genauso hoch wie im Vormonat. Auf Länderebene zeigt die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ebenfalls nur wenig Bewegung. In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate in der Tendenz sogar leicht schwächer tendieren. Der binnenwirtschaftliche Lohndruck bleibt allenfalls moderat und das höhere Wechselkursniveau des Euro zum US-Dollar dürfte über niedrigere Importpreise den Preisdruck gedämpft halten, auch bei den Energieimporten.

In den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den September vorgelegt haben, war die Entwicklung der Inflationsrate unspektakulär. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen gemäß der europäisch harmonisierten Berechnungsmethode (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,8 Prozent. Damit war die Inflationsrate genauso hoch wie im August. In Frankreich erhöhte sich die Inflationsrate auf niedrigerem Niveau von +1,0 auf +1,1 Prozent. In Italien ging sie leicht um 0,1 Prozentpunkte auf +1,3 Prozent zurück, genauso wie in Spanien, wo die Inflationsrate im September bei +1,9 Prozent lag.

Was kann von der Verbraucherpreisentwicklung in den kommenden Monaten erwartet werden? Außenwirtschaftlich wirken derzeit zwei gegensätzliche Einflüsse auf die Komponenten im Warenkorb der Verbraucher. Auf der einen Seite hat sich Rohöl im Vergleich zum Vorjahr wieder verteuert. Durchschnittlich lag der Preis für ein Barrel der Sorte Brent im September 2017 bei gut 55 US-Dollar. Das entspricht einem Plus von mehr als 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und sorgt für sich genommen für steigende Energiepreise. Auf der anderen Seite hat der Außenwert des Euro seit Jahresbeginn zugelegt, was den Preisauftrieb bei importierten Gütern bremst. Insgesamt dürfte in den kommenden Monaten die Energiepreisentwicklung die Inflationsrate anschieben, aber nur moderat. Von den anderen Gütern und Dienstleistungen erwarten wir dagegen kaum deutliche Preiserhöhungen. In der Summe dürfte die Inflationsrate in der EWU in den kommenden Monaten in der Tendenz sogar wieder leicht sinken.

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