Brexit, Deutschland und Deutsche Börse – eine schwierige Entwicklung

Die Deutsche Börse hat gestern mitgeteilt, dass das Amtsgericht Frankfurt die beantragte Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den CEO, Carsten Kengeter, bei Zahlung von 500.000 Euro abgelehnt hat und die Sache an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. Nach Einschätzung der Deutscher Börse kann die Fortsetzung der Ermittlungen sowohl in eine Einstellung des Verfahrens münden als auch zu einer Anklageerhebung führen. Unabhängig von der letztendlichen juristischen Beurteilung des Sachverhalts führen die andauernden Ermittlungen gegen das Unternehmen und CEO zu einem Reputationsschaden für die Deutsche Börse. Darüber hinaus bleibt bis auf weiteres unklar, wer das Unternehmen in Zukunft führen wird. Der Vertrag von Kengeter läuft bereits im März 2018 aus und kann bei andauernden Ermittlungen sicher nicht verlängert werden.

Kurzfristig dürfte sich die jetzige Situation sicherlich nicht negativ auf die Entwicklung der Deutschen Börse und damit auch auf den Finanzplatz Frankfurt und Standort Deutschland auswirken. Jedoch kommt diese Unsicherheit an der Spitze zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der nahende Brexit bringt das Marktumfeld für Börsen und anderen Anbieten wie Clearing Häusern in Bewegung. In dieser entscheidenden Phase, in der auch längerfristige Standortentscheidungen gefällt werden, kann sich die jetzige Entwicklung bei der Deutschen Börse durchaus ungünstig auf die Einwertung des Standorts Deutschland auswirken. Dies könnte sich mittelfristig auch ungünstig auf Investitionsentscheidungen in Deutschland auswirken.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.00

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *