Bitcoin-Blase könnte kurz vor dem Platzen stehen, Aktienmärkte davon weit entfernt

Es wird viel darüber geschrieben, dass die aktuelle Zentralbankpolitik zu massiven Übertreibungen an den Kapitalmärkten führt. Für die Rentenmärkte trifft dies sicherlich zu. Wenn man sich jedoch die Aktienmärkte einzelner Länder, relevante Aktiensektoren, Gold und Immobilienmärkte betrachten kann man dies nicht feststellen.

Im Vergleich zu früheren Übertreibungen an den Aktienmärkten verläuft die aktuelle Entwicklung fast noch moderat.

Erst wenn man den Bitcoin mit berücksichtigt, sieht man, dass sich hier eine Blase entwickelt hat, die jederzeit platzen kann.

Noch extremer ist die Entwicklung wenn man die Entwicklung des Bitcoin ab 2012 betrachtet. Die Kurssteigerungen zeigt eine  bisher noch nicht dagewesen Dimension.

Die Gründe für den rasanten Anstieg des Bitcoin sind vielschichtig, maßgeblich aber getrieben von einer hohe Nachfrage bei einem engen und intransparenten Markt. Daneben dürften auch die wachsenden Zweifel über das aktuelle Geld- und Zentralbanksystem, dass bestimmt ist von einer stark steigenden Geldmenge und wachsender Staatsverschuldung, zu dem starken Interesse an Bitcoin beitragen. Der Bitcoin befindet sich aus meiner Sicht in einer starken Übertreibung, die jederzeit platzen kann.

Das Konzept der Kryptowährungen dürfte dagegen in Zukunft sogar noch weiter Zulauf bekommen und am Ende dürfte sich hier eine Kryptowährung im internationalen Währungsgefüge etablieren, wenn aber auch nicht klar ist welche Währung sich hier durchsetzen kann. Staatlich gesteuerte Kryptowährungen dürften hier aber kaum eine Durchsetzungschance haben.

Für eine marktbreite Übertreibung am Aktienmarkt wie 1999/2000 fehlt trotz der Jahre des Aufschwungs die Euphorie. Die zurückliegenden Blasen an den Kapitalmärkten der letzten 40 Jahre zeigten eine Kursentwicklung von durchschnittlich 2000% (Bitcoin + 50.000% seit 2012!). Selbst wenn man den aktuell stark diskutierten Sektor der amerikanischen IT-Aktien mit den bisherigen Blasen vergleicht, zeigt sich ein Bild, das zwar eine fortgeschrittenen Aufschwung zeigt, jedoch noch weit von den Übertreibungen um 2000 und während des Japan-Booms entfernt ist. Zudem sind weitere, eine Blase auszeichnende Indikatoren nicht festzustellen. Dazu zählen das berüchtigte „heute ist alles anders“, fehlende Gewinne und Bewertungsmöglichkeiten sowie eine hohe Intransparenz. Die großen amerikanischen IT-Unternehmen verdienen bis zu 50 Mrd. USD pro Jahr und können dank steigender Marktdurchdringung und anhaltender Innovationsfreunde sowohl die Umsätze als auch die Gewinne weiter ausbauen.

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