US-Wirtschaft hat im dritten Quartal das kräftige Tempo gehalten

Nach einer ersten Schätzung ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 3,0 Prozent gewachsen. Damit wurde trotz der Beeinträchtigungen durch mehrere schwere Wirbelstürme nahezu die Dynamik des Vorquartals gehalten, sichtbare Bremsspuren sind ausgeblieben. Diese Zahlen erwecken nicht den Eindruck, dass dringend fiskalische Stützungsmaßnahmen erforderlich sind, damit die US-Konjunktur ihr robustes Wachstum beibehält. Dennoch könnte die erneut recht kräftige Investitionstätigkeit im Bereich Ausrüstungen und Maschinen von der Erwartung auf Steuersenkungen profitiert haben. So laufen doch derzeit auf politischer Ebene sehr intensive Verhandlungen, um in diesem Jahr noch Steuererleichterungen auf den Weg zu bringen und damit ein wichtiges Wahlversprechen umzusetzen.

Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) liefern insgesamt keine große Überraschung. Im Gegenteil, es wird das recht positive Bild bestätigt, das die Umfragen in den letzten Monaten gezeigt haben. So notiert doch das Industrieklima des ISM-Instituts auf einem 13-Jahres-Hoch und die Umfrage im Dienstleistungssektor zeigt ein ähnlich positives Bild. Auch in den kommenden Quartalen dürfte die US-Wirtschaft ihr robustes Wachstumstempo halten. Wir rechnen unverändert in diesem Jahr mit einem Anstieg des BIP um 2,2 und im kommenden Jahr um 2,5 Prozent.

Einmal mehr lieferte im dritten Quartal der private Konsum den stärksten Wachstumsbeitrag. Dass dieser Beitrag „nur“ bei 1,6-Prozentpunkten notierte und damit sichtbar hinter dem Vorquartal zurückblieb, ist letztendlich wohl doch den wetterbedingten Gefahren geschuldet, die zweitweise für die Verbraucher bestanden.

Auffällig ist, dass die Investitionen einen noch kräftigeren Wachstumsimpuls lieferten als im Vorquartal. Dahinter verbirgt sich zwar auch ein recht deutlicher Lageraufbau bei den Unternehmen. Wenn diese Vorräte im laufenden oder in den kommenden Quartalen wieder abgebaut werden, resultieren hieraus entsprechend negative Wachstumseffekte. Umso erfreulicher ist aber, dass die Ausrüstungsinvestitionen ihr hohes Tempo halten konnten und erneut 0,5-Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum beitrugen. Die schwache Entwicklung beim Wohnungsbau und beim Gewerbebau hatte sich bereits zuvor abgezeichnet, kann aber nur teilweise mit dem vorübergehenden Stillstand auf zahlreichen Baustellen erklärt werden. Bei den Investitionen in gewerbliche Immobilien außerhalb des Wohnungssektors dürften verschärfte Kreditvergabestandards bremsend wirken.

Wie auch in den beiden vorangegangen Quartalen drosselte der öffentliche Sektor geringfügig das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Der Außenhandel sorgte hingegen das dritte Quartal in Folge für positiven Schub. Dank rückläufiger Importe stand sogar der höchste Wachstumsbeitrag seit Ende 2013 zu Buche, dieser lag immerhin bei +0,4-Prozentpunkten.

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