DAX steigt bis Ende 2018 auf 14.000 Punkte

  • DAX steigt dank Mix aus starker Konjunktur, positiver Gewinndynamik und expansiver Geldpolitik bis Jahresende 2018 auf 14.000 Punkte
  • Beginnende Entwöhnungskur der Notenbanken verhindert stärkeren Anstieg
  • Dank steigender Unternehmensgewinne bleibt die Bewertung des Leitindex nach dem Anstieg fair, bei rund 13 KGV-Punkten

In unserer neuen Prognose per Jahresende 2018 erwarten wir einen Anstieg des deutschen Leitindex auf 14.000 Punkte. Der Euro Stoxx 50 sollte 4.000 Punkte erreichen. Zur Jahresmitte erwarten wir einen Indexstand von 13.800 (bisher: 13.500) und 3.950 (3.900) Punkte bei den beiden betrachteten Indizes.

Wir erwarten, dass 2017/18 das weltwirtschaftliche Wachstum deutlich anziehen und das Wachstum der Einzelstaaten synchroner wird. Der hohe Offenheitsgrad der DAX-Unternehmen dürfte dafür sorgen, dass die Indexgewinne 2018 im Einklang mit der gut laufenden Weltkonjunktur zwischen acht und zehn Prozent steigen werden. Durch diesen Anstieg kann der DAX auf 14.000 Punkte steigen, ohne eine Bewertungsexpansion (aktuelles KGV-2018e 13,4) erfahren zu müssen.

In Anbetracht des positiven Konjunkturbildes für 2018 sind unterjährig auch höhere Kurse als 14.000 Punkte beim DAX möglich. Jedoch sollte die gestartete Entwöhnungskur der Notenbanken (Schrumpfung der Fed-Bilanzsumme, Drosselung der EZB-Anleihenkäufe) eine positivere Kursentwicklung per Jahresultimo 2018 verhindern. Die Diskussionen um den zukünftigen Weg der Notenbanken dürften unterjährig belasten. Angesichts unserer langfristigen Renditeprognose für festverzinsliche Anleihen (Bundrenditen bis 2021 unter 2%) bleiben Aktien aber attraktiv.

Die starke Sedierung der Finanzmärkte sollte nicht zum Dauerzustand werden. Unter Berücksichtigung der rekordniedrigen Volatilität am Aktienmarkt ist es wahrscheinlich, dass diese 2018 wieder anziehen wird. Risiken für die Märkte bleiben auch 2018 die geopolitischen Konflikte (insbesondere eine atomare Auseinandersetzung in/um Nordkorea), die Wahlen in Italien, aber auch der Unsicherheitsfaktor Donald Trump. Der drohende Brexit dürfte allenfalls kurzfristig über die Marktstimmung auf den DAX wirken, zu gering ist auf lange Sicht die Bedeutung des operativen Geschäfts der DAX-Unternehmen in Großbritannien.

Wie in den vergangenen Jahren auch, bleibt die hohe Bewertung des US-Aktienmarktes ein Risiko für eine Korrektur der globalen Aktienmärkte. Sollte es zu einer solchen kommen, wäre unser neues Kursziel jedoch ohnehin Makulatur.

Die Bewertung der Aktienmärkte hat weltweit, gemessen an der Relation des Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und des Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zum historischen Mittelwert über die vergangenen zehn Jahre hinweg, zwar ein hohes Niveau erreicht.

Jedoch liegen die absoluten Zahlen noch relativ niedrig, insbesondere in Europa. In Deutschland beispielsweise liegt das KGV des DAX für 2018e bei 13,4. Rechnet man den Kehrwert dieser Größe, ergibt sich eine Gewinnrendite von 7,5%, die der Aktionär erzielen kann. Schaut man gar auf die für 2019 geschätzten niedrigeren KGVs (DAX 12,1, Euro Stoxx 50 11,9), sehen die Aktienmärkte Europas noch günstiger aus. Auch die erwarteten Dividendenausschüttungen (DAX 3,0%, Euro Stoxx 50 3,5%) überzeugen. Von einer Blasenbildung kann also hierzulande keine Rede sein.

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