US-Arbeitsmarktbericht zeigt rund laufenden Jobmotor bei weiter nur verhaltener Lohndynamik

Mit einem Anstieg um 261.000 Personen zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober immerhin den stärksten Stellenaufbau seit fünfzehn Monaten. Im September wurde die Beschäftigungsstatistik allerdings durch die Auswirkungen der schweren Wirbelstürme erheblich verzerrt und zeigte dadurch nur einen sehr geringen Beschäftigungszuwachs. Aber auch wenn man bei den Oktober-Daten den Nachholeffekt außen vor lässt, ergibt sich quasi „netto“ immer noch ein Zuwachs von rund 150.000 Beschäftigten – also ein solides Beschäftigungsplus. Die amerikanische Notenbank dürfte dementsprechend ihre moderate Normalisierung weiter fortsetzen.

Ein fast noch positiveres Bild für den US-Arbeitsmarkt zeigt die monatliche Befragung der privaten Haushalte. So setzte die Arbeitslosenquote ihren Abwärtstrend weiter fort und notierte nur noch bei 4,1 Prozent. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im Dezember 2000 verzeichnet. Aber auch andere Indikatoren, wie beispielsweise ein sichtbarer Rückgang bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen und bei den „unfreiwillig Teilzeit arbeitenden Personen“, sprechen für einen rund laufenden Jobmotor.

Nach unserer Einschätzung wird auch in den kommenden Monaten der Schwung am US-Arbeitsmarkt anhalten. Die Stimmungsumfragen in der Wirtschaft befinden sich auf einem hohen Niveau und sind zuletzt eher noch weiter angestiegen. Allerdings rechnen die meisten Unternehmen, sowohl die großen als auch die zahlreichen kleinen Betriebe, fest mit den durch die Trump-Regierung angekündigten Steuersenkungen. Sollte es hierbei durch den politischen Prozess doch noch zu deutlichen zeitlichen Verzögerungen oder Verwässerungen kommen, könnte dies den Stellenaufbau in den kommenden Monaten belasten. Gänzlich abwürgen dürfte dies den Jobmotor aber wohl nicht, dafür spricht zum einen die sichtbar verbesserte Auftragslage in der Industrie, von der auch die angrenzenden Dienstleistungsbereiche profitieren. Zum anderen sorgt die Alterung der Bevölkerung im Gesundheitsbereich für einen stetigen Stellenaufbau.

Trotz der robusten Beschäftigungsdynamik ist die Lohndynamik in den Vereinigten Staaten weiterhin recht verhalten. So stagnierten laut jüngstem Arbeitsmarktbericht im Oktober die Löhne auf dem Niveau des Vormonats. Auf Jahressicht zeigt sich auch nur eine leichte Steigerung um 2,4 Prozent. Der dämpfende Effekt von der „Stillen Reserve“ beim Faktor Arbeit läuft allerdings allmählich aus. Ein Indikator hierfür ist der zuletzt sehr deutliche Rückgang bei der Zahl der Personen, die angaben, dass sie ihre Teilzeitbeschäftigung gerne in eine Vollzeitbeschäftigung umwandeln würden. Dieser Personenkreis hat bisher sein Einkommen durch eine Ausweitung der Arbeitszeit gesteigert. Mit dem weiteren Schwinden dieses „Puffers“ sollte der Druck auf die Löhne zunehmen.

 

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