Butter wird zur Weihnachtszeit wieder etwas günstiger

Butterengpass lässt Milchpreis stark steigen
Milchanlieferungen in der EU steigen aber wieder. Damit dürfte das Ende der preislichen Fahnenstange bei Milch erreicht sein
Starke asiatische Importnachfrage macht Preiseinbruch jedoch unwahrscheinlich

Der Milchpreis hat sich seit seinem Tief im Frühjahr 2016 auf aktuell 42,1 Cent je Kilogramm mehr als verdoppelt. Ausgelöst wurde diese hohe Preisdynamik durch den aktuellen Engpass am Buttermarkt. Die Butterpreise, die als Preisreferenz für den Fettmarkt gelten, sind 2017 im Hoch im Vergleich zum Vorjahr um über 60% gestiegen. Insgesamt erleben fetthaltige Milchprodukte, wie Butter, eine nachfrageseitige Renaissance. Da gleichzeitig die Butterproduktion in Europa zurückgeht und die Butterbestände als Folge signifikant abschmelzen, kommt es zu einem regelrechten Butterengpass.

Während der Milchpreiskrise wurden nicht nur die EU-Milchanlieferungen reduziert, sondern auch der Fettgehalt der gelieferten Milch ging zurück. Ausgelöst wurde diese Entwicklung dadurch, dass in der Phase niedriger Milchpreise vereinzelt die Bestände an älteren Kühen, die für gewöhnlich fetthaltigere Milch liefern, reduziert wurden. Dies rächt sich nun und sorgt bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage zu einer temporären Butterknappheit.

Allerdings steigt die an die Molkereien gelieferte Milchmenge wegen der positiven Milchpreisentwicklung bereits seit März 2017 wieder spürbar an. Dies wird sich unseres Erachtens weiter fortsetzen und zu einer allmählichen Entspannung auf dem Buttermarkt führen. Die an der EEX gehandelten Butterpreise deuten dies bereits an. Sie sind zuletzt wieder gefallen. An den Verbraucher wird der Preisrückgang bei Butter mit einer Verzögerung von etwa einem Monat weiter gegeben. Damit dürfte rechtzeitig zur Weihnachtszeit die Butter wieder etwas günstiger werden. Die Weihnachtsbäckereien in den heimischen Küchen wird es freuen. Der Preisrückgang bei Butter („Fett“) wird sich in einen rückläufigen Milchpreis übersetzen, zumal die Notiz für Magermilchpulver („Eiweiß“) aktuell keine positiven Impulse liefert. Abgeleitet aus den Futures-Notierungen für Butter und Magermilchpulver lässt sich für 2018 ein im Durchschnitt um 16% tieferer ife-Milchpreis prognostizieren. Dies kann aber nach dem deutlichen Anstieg 2017 (erwartet: +37%) nicht verwundern.

Obwohl wir bei Milch das Ende der preislichen Fahnenstange erreicht sehen, halten wir einen Preiseinbruch indes für unwahrscheinlich. Dafür sind die fundamentalen Rahmenbedingungen des globalen Milchmarktes zu gut. Die asiatische Nachfrage wächst sehr dynamisch und das Exportaufkommen wichtiger Milchexporteure, wie Australien und Neuseeland, ist derzeit witterungsbedingt rückläufig.

 

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