Spekulationsexzesse bei Bitcoin & Co.

 

Der Bitcoin-Kurs ist seit 2012 um rund 45.000 Prozent gestiegen. 1.000 weitere Kryptowährungen entstanden.
Alles deutet auf eine Blasenbildung hin.

Blockchain hat das Potenzial, Geschäftsprozesse und Zahlungen sicherer, schneller und kostengünstiger zu machen. Ob und welche „Währungen“ sich langfristig durchsetzen werden, ist aber völlig unklar.

Anleger sollten einen Bogen um Bitcoin & Co. machen. Die Preisentwicklung ähnelt eher einem Versteigerungsprozess denn fairer Preisbildung. Die Regulierung durch Aufsichtsbehörden dürfte eine Frage der Zeit sein.

 

Was ist eine Spekulationsblase? – Viele Kapitalmarktforscher und Nobelpreisträger haben sich an diesem Thema abgearbeitet, ohne ein brauchbares Frühwarnsystem entwickelt zu haben. Unseres Erachtens gibt es jedoch einige empirische Merkmale, die frühere Spekulationsblasen gekennzeichnet haben. Dazu gehören, dass eine Bewertung nach herkömmlichen Methoden nicht möglich ist, „dieses Mal alles anders ist“, Investoren euphorisch agieren und alle Außenstehenden den verpassten Kursgewinnen nachtrauern. In Bezug auf die Krypto-Währungen – allen voran Bitcoin – schlagen aus Investorensicht alle der o.g. Merkmale aus.

Wie bei Währungen üblich, ist ein innerer Wert der Kryptowährungen nicht in Heller und Pfennig messbar. Währungen produzieren keine Zinsen, Dividenden oder sonstigen Einnahmen. Ein Ertragswert ist daher nach den Methoden der Finanzmathematik und Logik nicht bestimmbar. Der innere Wert von Währungen basiert seit jeher auf dem Vertrauen, dass man der Währung und der dahinter stehenden Notenbank entgegenbringt. Per se spricht nichts dagegen, dass nicht ausschließlich Notenbanken ein Monopol auf Währungen als Tauschmittel haben sollten. Die Idee einer demokratischen, dezentralisierten Währung ohne Machtkonzentration bei den Notenbanken überzeugt nicht nur Idealisten. Aber warum sollte ein Anleger auf eine x-beliebige Cyberwährung setzen, wenn unklar ist, ob sie sich überhaupt durchsetzen wird? Was passiert mit Cryptowährungen, wenn Unternehmen wie Amazon oder Google ihre eigenen Zahlmechanismen einführen? Wem bringt man mehr Vertrauen entgegen, Bitcoin oder Amazon-Coins? – Anleger müssen bereits mit Totalverlusten rechnen, nur wenn sie auf die falsche Währung setzen.

Auch scheint der Markt für Bicoins und andere Cyberwährungen schon seit einiger Zeit in Anarchie versunken. Betrügerische Machenschaften und Interessenskonflikte sind nicht auszuschließen.

Anleger sollten daher einen Bogen um diese Produkte machen. Staaten und Aufsichtsbehörden sollten (Privat-)Anleger vor der eigenen Gier schützen, indem sie korrigierend in die Märkte für Cyberwährungen eingreifen. Spätestens nach den ersten Betrugsfällen oder der Umgehung von geltendem Recht mit Hilfe von Kryptowährungen dürfte es ohnehin so weit sein.

 

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 4.53

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *