Euro-Raum: Inlandsnachfrage trägt das Wachstum, Export als wichtiger Impulsgeber

Der wirtschaftliche Aufschwung der Euro-Raum hält nun schon das vierte Jahr in Folge an. Nach dem Überwinden der tiefen Rezession der Finanzkrise im Jahr 2009 und der Rezession der Jahre 2012 und 2013 in Folge der Staatsschuldenkrise erweist sich die derzeitige Erholung als recht kräftig. Für das Jahr 2017 erwarten wir den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Währungsunion bei +2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum wird sich voraussichtlich auch im kommenden Jahr ähnlich stark fortsetzen und dürfte bei +2,0 Prozent liegen.

Ein genaueres Bild über die Wachstumstreiber gibt eine Aufschlüsselung der beiden Größen Außenbeitrag und inländische Verwendung, als maßgebliche Größen der Nachfrageseite. Der Wachstumsbeitrag der Nettoexporte schlägt seit 2014 kaum noch zu Buche, weil die Zuwachsraten der Exporte und Importe ähnlich stark ausfallen und der Nettoeffekt des Außenbeitrags daher fast neutral ausfällt. Innerhalb der inländischen Verwendung kommt der größte Wachstumsbeitrag von den privaten Konsumausgaben, gefolgt von den Investitionen.

Auch wenn in der Summe die Nettoexporte rechnerisch kaum zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen, so ist der Exportbereich dennoch ein wichtiger Impulsgeber für die Konjunktur. Vom rundlaufenden Exportmotor werden vor- und nachgelagerte Branchen der gesamten Volkswirtschaft mitgezogen. Dazu zählen beispielsweise das Transportgewerbe genauso wie Dienstleistungsbereiche der Personalvermittlung oder das Finanzdienstleistungsgewerbe. Diese Bereiche tragen somit indirekt zu den Exporten bei. Der Anteil der indirekten inländischen Wertschöpfung an den Exporten macht  immerhin 40 bis 50 Prozent an der gesamten inländischen Wertschöpfung aus. Dies zeigen Daten der großen Mitgliedsländer der Währungsunion. Je besser die konjunkturelle Entwicklung in Fahrt kommt, desto schneller nimmt der Bedarf für neue Investitionen zu. Daher dürfte sich nach unserer Einschätzung das Investitionswachstum im kommenden Jahr weiter fortsetzen und einen Wachstumsbeitrag zum BIP von +0,7 Prozentpunkten liefern.

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