Strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft wirken sich auch auf Unternehmen aus

Die beschlossene und erwünschte Energiewende kommt nun auch bei den Unternehmen an. So reagiert nun Siemens auf den Strukturwandel im Bereich fossiler Stromerzeugung und hat eine Restrukturierung angekündigt. Ziel ist es dabei, die Auslastung der Werke zu steigern und die Effizienz durch Ressourcenbündelung auszubauen. Um dies zu erreichen, sollen auch 6900 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon die Hälfte in Deutschland. Hinter dieser Entscheidung steht ein dramatischer Strukturwandel. So ist die Nachfrage nach grossen Gasturbinen (>100 Megawatt) global drastisch gesunken: Schätzungen gehen von ca. 100 Turbinen pro Jahr als normalisiertes Niveau aus, während die Kapazität bei ca. 400 Turbinen liegt.

Insgesamt spiegelt sich in dieser Marktentwicklung die Veränderungen in der ökologischen Betrachtung der Stromerzeugung wider. Die neuen Prognosen zu Erderwärmung an der 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Bonn haben einmal gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren einen spürbaren Umbau in der Stromerzeugung angehen müssen.

Bedauerlich ist, dass diese betriebswirtschaftlichen Notwendigen – aber für die betroffenen Menschen sehr schmerzhafte Maßnahmen – von der Politik nicht positiv begleitet werden. Stattdessen wird versucht dies für die Positionierung der Parteien auf Kosten der Unternehmen auszunutzen. Dies ist aus meiner Sicht bedauerlich.

Der Standort Deutschland braucht wettbewerbsfähige Unternehmen, die auch im internationalen Wettbewerb bestehen können. Dazu gehört auch, dass sich die Unternehmen an strukturelle Veränderungen anpassen können. Wenn dies am Standort Deutschland nicht mehr im notwendigen Ausmaß machbar ist, wird Deutschland als Investitionsstandort an Attraktivität verlieren. Dies wird mittelfristig Arbeitsplätze und Wohlstand kosten.

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